Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

4.03.2013

Keine Angst vor der Verwaltung!

Wenn man selbst bauen will oder das Bauen anderer auf seine Rechtmäßigkeit hin überprüfen will, ist es wichtig, dass man einen Flächennutzungsplan von einem Bebauungsplan unterscheiden kann. Und wenn man als Mitglied der BVV den Bezirkshaushalt beschließen soll, ist das Wissen über die Mechanik der Zuweisungen des Landes bitter nötig, damit man bei der Einschätzung des eigenen politischen Spielraums nicht auf die Nase fällt.

Norbert A. Przesang aus Friedenau stand sowohl als langjähriger Bürgerdeputierter in der BVV als auch im Laufe seines beruflichen Werdegangs zum Bezirksamtsdirektor immer wieder vor Entscheidungen, die ganz konkretes Wissen verlangten. Aus dieser Erfahrung heraus hat er im Jahr 2002 mit Hans-Ulrich Oel und Rainer Thamm darüber zu diskutieren begonnen, wie es gelingen kann, die schwierige Materie von Kommunalpolitik und Verwaltungshandeln so aufzubereiten, dass daraus ein übersichtliches Handbuch für den alltäglichen Gebrauch in Politik, Verwaltung, Verbänden, Wirtschaft und Medien werden kann.

Herausgekommen ist das in seiner Form einmalige „Berliner kommunalpolitisches Lexikon“, das soeben in seiner zweiten Auflage erschienen ist, nochmals überarbeitet und aktualisiert. Da auch die Mitautoren Thamm und Oel ihre kommunalpolitischen Erfahrungen in Schöneberg gemacht haben - der eine u.a. als langjähriger Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung der BVV, der andere u.a. als Amtsleiter in den Bereichen Schule, Sport und Jugend – fanden die drei auf gleichsam naturwüchsige Weise zu ihren seit nunmehr zehn Jahren nicht unterbrochenen Gesprächen.
Im Mittelpunkt der Überlegungen stand dabei immer die Frage, wie man die „Klempner-Zange“ finden kann, so Autor Przesang, um ein konkretes Problem anzugehen. Daher ist auch ein reines Lexikon entstanden, das mithilfe von über 500 Stichwörtern beim Verstehen zur Hand geht, und zudem über Querverweise auch die Zusammenhänge erschließt. Auf ihrer Suche nach Anknüpfungspunkten sind die Autoren dabei ganz pragmatisch vorgegangen. So wurden Zeitungen aufgeschlagen, das Amtliche Mitteilungsblatt und das Bezirksverwaltungsgesetz wurden durchforstet, das Geschehen in der BVV wurde beobachtet.

„Wir wollen Mut machen“, sagt Autor Przesang, „dass alle, die am öffentlichen Geschehen teilhaben wollen, sich durch die Komplexität der jeweiligen Materie nicht verwirren lassen.“ Der Rezensent gratuliert zu diesem großartigen Werk und ist sich sicher, dass es auch ihm bei der Beurteilung des politischen Geschehens in der BVV eine wichtige Stütze sein wird.

Oel/Przesang/Thamm:
Berliner kommunalpolitisches Lexikon
edition progris, 230 Seiten,
12.95 Euro

Ottmar Fischer

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