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31.10.2020

Isolde Peter: Der halbe Russ

Daisy Dollinger ermittelt Knaur Verlag 2020 „Der halbe Russ“, das neue Buch unserer Kollegin Isolde Peter, ist ein Krimi. 2012 hatte sie „Goldingers Buch“ herausgebracht, eine Erzählung über eine Psychoanalyse, das wir auch hier besprochen haben.

Foto vom Buchcover. Foto: Thomas Thieme

Diesesmal hat Isolde also einen Krimi geschrieben: „Der halbe Russ“. Wenn sie auch eine geborene Bayerin ist, lebt Isolde Peter seit über dreißig Jahren in Berlin, und es hatte ursprünglich ein Roman über eine frei arbeitende Detektivin in Berlin werden sollen. Aber die Verleger haben ihre eigenen Vorstellungen. So hat sie sich nun eben die Geschichte von Daisy Dollinger ausgedacht, die bei der Staatsanwaltschaft in München als Sekretärin arbeitet und oftmals einen schärferen Blick hat als die ermittelnden Kollegen. Dieser scharfe Blick bezieht auch die kleinen oder größeren Macken und Schwächen der Menschen mit ein, mit denen sie täglich zu tun hat und macht auch vor ihrer Familie im Bayerischen Wald nicht halt; was soll man machen, sie gehören halt zu einem. Mit Witz und Ironie und einem Funken Zuneigung beschreibt Daisy alles, was so passiert in München und Dachselkofen. Jeder hat schwache, aber auch gute Seiten, wie auch Ihr Ehemann Adrian, der leider oft nicht da ist, sondern beruflich in der Welt umher schwirrt. Da muss er sich nicht über die Gefahren aufregen, in die seine Daisy sich manchmal begibt. Und da ist ja auch noch der Vinzenz ...

Die bayerischen Leserinnen und Leser werden sich vielleicht nicht so über den Titel wundern wie wir hier in Berlin; unter einer „Mass“ können wir uns im norddeutschen Raum zwar durchaus etwas vorstellen – aber ein „Russ“? Der Titel ist doppeldeutig; einerseits ist es ein Russe, wie wir uns schon dachten, andererseits, in Bayern, ebenfalls eine – Mass! Das hätten Sie nicht gedacht, nicht wahr? Wenn nun aber auch noch diverse Russen vorkommen in der Geschichte, die fast alle Straßenmusiker sind, wird's etwas unübersichtlich. Es wimmelt von Igors, Sergejs, Olegs, die meisten mischen München mit Akkordeonspiel auf.
Einer von ihnen liegt zu Beginn des Romans tot vor dem Hofbräuhaus.  „In München steht ein Hofbräuhaus, und ein Mann liegt davor, der schaut betrunken aus.“ So beginnt die Geschichte.
Und da sie in München und in Niederbayern spielt, kommen Namen vor, von denen ich glaubte, sie wären längst ausgestorben: Melchior, Emerenz, Immaculata (Immy genannt), Traugott, Vinzenz und Seppi. Der Dackel heißt übrigens Wastl, wenn es nicht doch eine Dackeldame ist, die gern ihr Bein hebt. So dicht wie auf dem Cover würde sie sich allerdings nicht neben das Akkordeon setzen, dazu gehen ihr die Töne zu sehr auf die Nerven. Oder soll man annehmen, dass sie Daisys Spiel mit ihrem „Gesang“ begleiten will?
Und wieso halber Russ? Das kann ein halber Humpen Bier sein, aber auch ein Russe, der nur ein russisches Elternteil hat. Mehr wird nicht verraten, sonst sinkt die Spannung.
Und der„große Blochner“, Daisys Vater. Der hat allerhand zu verbergen und sorgt für viel Ärger und Verwirrung.

Ein spannender Krimi von Isolde Peter, lesen Sie selbst! „Daisy ermittelt“ steht im Untertitel. Das lässt auf eine Fortsetzung hoffen!

Sigrid Wiegand

Der halbe Russ ist auch als Hörbuch erschienen im Argon-Verlag Berlin.
Nächstes Jahr erscheint der zweite Band der Ermittlungen von Daisy Dollinger.

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