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7.06.2017

Internationaler Tag des öffentlichen Dienstes

Die Vereinten Nationen haben im Jahre 2003 einen internationalen Tag des öffentlichen Dienstes eingeführt, den 23. Juni.

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An dem Tag sollte im positiven Sinne auf die Leistungen der Mitarbeiter hingewiesen werden. Offenbar wird die Arbeit des öffentlichen Dienstes nicht nur in Deutschland oft abfällig betrachtet. Dieses Problem scheint es weltweit zu geben.

In ganz Deutschland gibt es derzeit rund 4,6 Millionen Beamte und Angestellte im öffentlichen Sektor, allein in Berlin sind es mehr als 91.000 (lt. Statistikstelle Personal bei der Senatsverwaltung für Finanzen), im Bezirk Tempelhof-Schöneberg sind es über 1.500 Mitarbeiter.

Früher gab es das Vorurteil, dass die Mitarbeiter im Staatsdienst den ganzen Tag nur Kaffee trinken, Blumen gießen und nichts zu tun haben. Die Beamten waren überhaupt eine sehr beliebte Gruppe, über die man viele Witze machen konnte. Das hat sich inzwischen schon geändert, die Bevölkerung ist für die verschiedenen Arbeiten in der Öffentlichkeit sensibilisiert worden. Öffentlicher Dienst ist eben nicht nur Verwaltungsarbeit. Dazu gehören beispielsweise auch die Feuerwehr, Krankenhäuser, Bibliotheken, Schulen, Universitäten und auch Schwimmbäder.

Seit die Berliner Verwaltung gespart hat, bis es quietscht, haben viele Leute Verständnis, manchmal sogar Mitleid mit den Mitarbeitern der öffentlichen Verwaltungen. Die Lehrer müssen mehr leisten als nur zu unterrichten, die Ärzte müssen erhebliche Überstunden machen, die Bürgerämter haben keine Termine frei, weil überall zu wenig Personal da ist.
In dieser Situation wäre es sicher angebracht, die vielen Bereiche des öffentlichen Dienstes und ihre Arbeit vorzustellen und darüber zu informieren, mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben. Da fordert zum Beispiel die Öffentlichkeit Transparenz, und gleichzeitig soll der Datenschutz den Einzelnen schützen. Oder es wird Flexibilität für den Einzelfall gefordert, aber gleichzeitig sind die Anspruchsvoraussetzungen gesetzlich genau geregelt.

Doch in diesem Jahr scheinen die betroffenen Angestellten und Beamten selbst ihren Ehrentag vergessen zu haben. Während im vergangenen Jahr noch einige große Reden gehalten wurden, passiert in diesem Jahr zumindest in Berlin gar nichts.

Die Gewerkschaft Ver.di hat in ihrem Veranstaltungskalender den 23. Juni überhaupt nicht erwähnt. Der Beamtenbund wird diesen Tag auch nicht besonders hervorheben. Und auch unser Bezirksamt Schöneberg plant für diesen Tag keinen besonderen Event.
Vielleicht liegt es ja tatsächlich daran, dass die Beschäftigten, im Gegensatz zu den alten Beamtenwitzen, soviel Arbeit zu erledigen haben, dass sie einfach keine Zeit haben für ihren Ehrentag.

Im nächsten Jahr jährt sich der Tag des öffentlichen Dienstes zum 15. Mal. Das ist dann schon fast ein Jubiläum. Ob das gefeiert wird? Zumindest der Beamtenbund hat vor, zum Tag des öffentlichen Dienstes 2018 etwas zu organisieren.

Christine Bitterwolf

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