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30.03.2013

"Hitchcock" eine Biografie

Film mit Hellen Mirren, Anthony Hopskins, Scarlett Johannsen [2012]

Alfred Hitchcock galt als schwieriger Regisseur. Einige nannten ihn genial, anderen gefielen seine Geschichten nicht. Es gab und gibt viel Klatsch und Tratsch, z.B. über Hitchcocks Vorliebe für kühle Blondinen. Auf jeden Fall ist er nahezu weltweit bekannt und berühmt.

Der jetzt auch bei uns angelaufene Film „Hitchcock“ befasst sich mit dem Produktionsprozess von „Psycho“ - wer denkt da nicht sofort an den Mord unter der Dusche, der in den zart besaiteteren Endfünfzigern – Vor-Zombi-Zeiten also – Schrecken und Skandale auslöste?

Ein Film im Film also. Er zeigt die Situation des ohne neue Idee mit sich und der Welt hadernden und also unausstehlichen Alfred Hitchcock, den als erstes seine Frau und Mitarbeiterin Alma Reville aushalten und motivieren musste. Dann seine Obsession für den als unverfilmbar geltenden Roman „Psycho“, den niemand verfilmen oder gar finanzieren wollte, so dass die Hitchcocks ihn schließlich selbst produzierten und für die Summe von 800.000 $ (was als low budget galt!) ihre Villa plus Swimmingpool aufs Spiel setzten. Kämpfe nach innen und außen, viel Backstage, Kämpfe mit der Paramount, der die Story als zu brutal galt, mit der Zensurbehörde, die u.a. eine Klospülung nicht im Film dulden wollte, mit einigen der Stars, aber auch zwischen den Eheleuten, die sich gegenseitig eifersüchtig belauerten. Und Hitchcocks Kämpfe mit sich selbst und seinen Obsessionen.

Man kann sich fragen, inwieweit das alles authentisch ist. Der Film beruht auf dem Buch „Alfred Hitchcock and The Making of Psycho“, das Stephen Rebello, ein amerikanischer Drehbuchautor und Journalist, 1990 veröffentlichte. Rebello hatte sich in einem langen Interview mit Hitchcock über dessen Leben und die Arbeit an dem Film kundig gemacht, hatte andere Beteiligte des Films befragt und die Akten des 1980 verstorbenen Regisseurs studiert.

Man kann also davon ausgehen, dass es so oder ähnlich gewesen ist und man nicht einer Fiktion aufsitzt, wenn man mit viel Vergnügen der spannenden Handlung folgt. Natürlich kann der Autor nicht gewusst haben, worüber sich Hitchcocks abends im Bett unterhielten oder sich beim Frühstück austauschten; das sind so die Lückenfüller, die aus der Dokumentation eine Geschichte machen. Mir mit meiner Vorliebe für erzählende Dokumentationen hat der Film gefallen. Das hat natürlich auch mit den hervorragenden Leistungen der Schauspieler zu tun, allen voran Helen Mirren als Alma und Anthony Hopkins mit erstaunlicher Maske als Hitchcock himself. Die beiden können wirklich alles spielen! Aber auch Scarlett Johanssen hat  als Janet Leigh durchaus mehr zu bieten als das blonde Dummchen.

Der Film läuft z.Zt. im Massenstart, bald aber sicher auch im Cinema am Walther-Schreiber-Platz - für 3,99.

Sigrid Wiegand

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