Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

3.07.2019

Harald Kortmann - Aktivist im Bismarck-Kiez.

Sebastian Singer fragt Harald Kortmann nach den Motiven für sein Engagement für die Begrünung des Stadtteils:

Auf die Frage, was ich bei einer Bepflanzung genau tue, gibt es verschiedene Gesichtspunkte. Das Bepflanzen eines Baumstumpfes gestaltet sich meist einfacher, da diese Baumstümpfe meist ein Loch im Kern vorweisen oder der Kern doch schon sehr morsch ist . Dort ist es mit dem Einfüllen von Erde meist getan, die dann nur noch mit Pflanzen der eigenen Wahl bestückt werden. Wenn ich die Baumscheibe an sich bepflanze, achte ich meist darauf , dass es sich um die Bürgersteig zugewandte Seite des Baumes handelt, die ja die Bürger etwas davon haben sollen. In dem Falle entferne ich in dem Bereich die alte Erde und fülle mit guter Erde wieder auf, da der Boden in der Regel tot ist. Jetzt nur noch Pflanzen rein, und schon ist der kleine Miniaturgarten fertig. Mit solch einer Aktion hat man natürlich auch die Bürde des Gießens, aber man kann das natürlich auch auf mehrere Personen aufteilen, oder nach der Bepflanzung ganz abgeben.

Was ich dabei empfinde und was mich antreibt?
In meinem eigenen Kiez meine bepflanzten Baumstümpfe stehen zu sehen, stellt für mich schon etwas Besonderes dar, das man so wohl kaum in einem anderen Kiez findet, und die Tatsache, dass sich meine Mitkiezer daran erfreuen, freut mich wiederum. Dass sich in meinem Umfeld schon so viele entschlossen haben, sich ihrer Baumscheiben anzunehmen und diese von minimal bis maximal zu bepflanzen, zeigt mir, dass manchmal nur der erste Stein des Anstoßes nötig ist. Was mich dabei maßgeblich antreibt, ist der Wunsch, dass der Bürger sich mehr mit dem kleinen bisschen Grün vor seiner Haustür auseinander setzt, was das Pflanzen von Blumen, aber auch das Gießen der Bäume betrifft so wie deren Pflege.

Wie viele Baumscheiben haben Sie schon bepflanzt?
Da ich auch schon bei Aktionen wie "BERLIN MACHT MIT" teilgenommen habe und ich schon weit über die Grenzen unseres Kiezes aktiv war, komme ich schon so auf meine 30 Bepflanzungen, vielleicht mehr. Man darf dabei aber nicht außer Acht lassen, dass ich dies oft im Zusammenhang mit meinen Kobolden getan habe, was mir natürlich ein größeres Spielfeld bietet. In unserem Kiez sind es derzeit 9 bepflanzte Stümpfe.

Meine Empfehlung in die Nachbarinnen und Nachbarn.
Nicht scheuen loszulegen. Der Baum oder die Scheibe müssen ja auch nicht unbedingt direkt vor der eigenen Haustür liegen. Auch reichen oft ein paar Samen aus, es müssen ja nicht gleich bewurzelte Pflanzen sein die man eingraben muss. Ein Geheimnis des Erfolges ist "Der lange Atem", nicht aufgeben, - nachpflanzen und nicht ärgern. Es ist auch bemerkenswert, wieviel Zuspruch man erfährt, und das ist auch ein ganz schönes Gefühl.
Harald Kortmann wünscht viel Spass dabei.

Wer sich zu dem Thema im Stadtteil engagieren möchte, kann sich gerne im Projekt Ich bin ein Stadtteil melden.
Sebastian Singer
Jeverstr. 9
12157 Berlin
Sebastian.Singer(at)nbhs.de

 

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