Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

26.11.2014 / Projekte und Initiativen

Geteilte Stadt – Divided City

Ein Mann, der wütend mit dem Vorschlaghammer auf die Berliner Mauer einschlägt, umringt von begeisterten Zuschauern. Dieses Foto, das Christian Schulz vor 25 Jahren am Potsdamer Platz aufgenommen hat, zeigt auf besonders anschauliche Weise den Fall der Berliner Mauer. Mit seiner fotografischen Serie 89/90 vermittelt Christian Schulz ein eindrucksvolles Bild von der Wendezeit im geteilten-wiedervereinigten Deutschland.
Foto: Christian Schulz

„British Land, British Troops“ steht auf einer Hauswand in Belfast. Chris Durham – ein gebürtiger Londoner, der in Düsseldorf lebt - hat sie fotografiert. In seinen Arbeiten von politischen Wandgemälden auf Gebäuden in Belfast zeigt sich die Aufspaltung der Stadt in ‚loyalistische’ Protestanten, die sich zum Vereinigten Königreich bekennen und katholische ‚Nationalisten’, deren Mehrheit einen Anschluss an die Republik Irland wünscht. Zwar sind direkte Konfrontationen selten geworden, aber wenn es doch dazu kommt, helfen mehrere Mauerabschnitte in der Stadt die Konfliktgruppen zu separieren.
Mit ihren Graffiti - oft verziert mit den jeweiligen Nationalflaggen - demonstriert jede Partei ihre bildgewordene Gegnerschaft und Trennung und versucht damit „ihren Claim abzustecken“ und ihre Zugehörigkeit auszudrücken.

Den Rückbau der Teilung - manifestiert in der schrittweisen Demontage vom Palast der Republik im Zentrum Berlins - zeigen die Fotografien von Christian von Steffelin. Von der DDR als ein „Haus des Volkes“ erbaut, wurde für den Palast der Republik von den Abgeordneten des deutschen Bundestages - die mehrheitlich aus dem Westen kommen – der Abriss beschlossen. Von 1996-2010 hat Christian von Steffelin den Leerstand und den sukzessiven Abriss des Palastes dokumentiert. In seiner Arbeit “Tatort Mauerland“ besucht er die Orte, an denen einst Menschen, beim Versuch die Berliner Mauer zu überwinden, erschossen wurden.

Eine hochgezogene Wand direkt am Straßenrand, Stacheldraht inmitten eines Wohngebiets: die US-Amerikanerin Katherine York fotografiert die „Border Infrastructure“, die Absperranlagen zwischen der Stadt San Diego in Kalifornien und ihrer Nachbargemeinde Tijuana in Mexiko. Während in Berlin der Fall der Mauer gefeiert wird, zieht die USA die sichersten und modernsten Grenzwälle, die „Triple Layer Fences“ hoch, um sich gegen ihre Nachbarn, die Mexikaner abzuriegeln.

Lilli Grote war mit der Kamera dabei, als die Grenzanlagen am Bahnhof Friedrichstraße abgebaut wurden und der Staub, der darunter zum Vorschein kam, weggefegt wurde. In ihrer Videoinstallation Staub zeigt sie, wie während die Arbeiter noch mit Putzarbeiten beschäftigt sind, die ersten Reisenden den Bahnhof von Ost nach West passieren.

Mira O´Brien aus Los Angeles lebt seit sechs Jahren in Berlin. Mit ihrer Rauminstallation „Ohne einen Glaspalast“ zieht sie Querverbindungen zwischen dem Abriss des Palastes der Republik und dem Brand des Glaspalastes in München bei dem über 3000 Kunstwerke der „Münchener Kunstausstellung 1931 im Glaspalast“ zerstört wurden.

„Glück ohne Glas, wie dumm ist das – Ohne einen Glaspalast ist das Leben eine Last – Im Glashaus brennt es nimmermehr, man braucht da keine Feuerwehr – Das Licht will durch das ganze All – und ist lebendig im Kristall."
Paul Scheerbart

POT72 ist ein temporärer Artspace in der Potsdamer Straße 72 in Berlin-Tiergarten-Süd, der von der AMLT Group von Gianmaria Condulmari und Alexander Korte bis Ende Dezember 2014 der Kunst zur Verfügung gestellt wurde. Das Programm wird von Marianne Kapfer von whatulookinart kuratiert.

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