Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

4.03.2015

Geschäftsübergabe nach Friedenauer Art

Das Gedächtnis von alteingesessenen Friedenauern reicht noch in die Zeit, als hier in urtümlichen Tante-Emma-Läden das Einkaufserlebnis vom persönlichen Kundenkontakt geprägt war.

v.l.: Eva Liebchen von der AWO Friedenau, Dagmar und Peter Görse, Monika Karim, Nicole Zimmermann, Mona Grünberg und Magrit Knapp vom Friedenau-Netzwerk. Foto © Silke Klimesch

So können sich Magrit Knapp und Eva Liebchen noch gut an die Zeit erinnern, als im Eckhaus Frege/ Hedwigstraße Mehl und Milch, Zucker und Salz „lose über den Tresen gingen“, wie sie beim Pressetermin zur Geschäftsübergabe von Peter und Dagmar Görse an den Nachfolger erzählen.

Der Nachfolger zum 1. März ist der Sohn Lutz der Vorgänger Eva und Heinz Scheibner, bei denen Peter Görse einst als Lehrling eintrat und von denen er vor 28 Jahren den Laden übernahm, ihm seither in immer neuen Anpassungen und Umbauten jenes zeitgemäße Gesicht gab, das heutige Kunden von einem Lebensmittelgeschäft erwarten. Manche seiner Kunden kenne er schon als Kinder, erinnert sich Peter Görse beim Pressegespräch. Das Friedenauer Publikum sei ihm als einem „Tegeler Nordlicht“ geradezu ans Herz gewachsen, denn die Menschen seien hier „freundlich und herzlich“. Es gebe hier ein abwechslungsreiches Kiezleben, und dementsprechend sei auch der Kundenkreis vielfältig. Er gehe daher „mit Hochachtung und Respekt“, aber auch „mit Wehmut und Traurigkeit“.

Als Dankeschön an Kunden und Nachbarn überreichte das Ehepaar Görse dann Spendengutscheine an Magrit Knapp für deren Kiezverschönerungsaktivitäten im Verbund von „Wir Berlin“, und an Eva Liebchen für das von ihr betreute „Projekt Wundertüte“ im Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Berlin, das für bedürftige Schulkinder Lernmittel beschafft oder auch mal Nachhilfeunterricht finanziert. Außerdem wurde die musisch orientierte Stechlinsee-Grundschule zur Projektfinanzierung bedacht, die aber zum Pressetermin arbeitsbedingt keinen Empfänger entsenden konnte. Die beiden anwesenden  Empfängerinnen zeigten sich erfreut und geehrt.

Aber wie geht es nun weiter im Leben des Ehepaars Görse? Dazu gab es am Ende des Pressetermins noch eine Überraschung: Denn nun meldete sich Ingo Meichsner zu Wort, der sich bis dahin durchaus verschmitzt im Hintergrund gehalten hatte. Auch er hatte noch beim Ehepaar Scheibner gelernt, war dann von der neuen Firma Görse übernommen worden, und hatte sich später am Roseneck mit einem Edeka-Markt selbständig gemacht. In dieses Geschäft soll nun nach seinem Willen das Ehepaar Görse als Teilhaber einsteigen.
Durch die geplante Sonntagsöffnung der dort im Laden befindlichen Thürmann-Filiale ergibt sich die Notwendigkeit zur Sonntagsöffnung auch des ganzen übrigen Geschäftes. Das wiederum erfordert auch einen erhöhten Personaleinsatz, und dieses zusätzliche Personal bringt der neue Teilhaber Görse aus Friedenau gleich mit. Denn die Hälfte des hier beschäftigten Personals will an den neuen Standort Meichsner/Görse mitziehen: Familie bleibt eben doch Familie.

Ottmar Fischer

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