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03.02.2013 / Gewerbe im Kiez

Gedanken zum Valentinstag

Ein Feiertag für die Blumenhändler und die Schokoladenindustrie? Ein christlicher Feiertag? Ein Tag nur für Liebende und Verliebte? Ein neues großes Schenkfest? Wer war denn eigentlich Valentin?
Der heilige Valentin

Der Valentinstag wurde in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg von den Amerikanern abgeguckt. Zum Glück wird der Tag hier aber nicht so extrem gefeiert wie dort, wo das ganze Leben in rosarote Farbe getaucht wird. Nicht nur in den Supermärkten gibt es mit rosa Tüll ausgeschlagene Abteilungen und tausende von Grußkarten mit vorgefertigten Texten (da muss der Absender seine Liebesgrüße nicht mal mehr selbst formulieren), auch in den Privathäusern hängen rote Herzen in den Fenstern und die Haustüren werden mit riesigen rosa Schleifen geschmückt oder ganz in Stanniol gehüllt und mit Herzchen bestückt. Wenn man der Werbung glauben darf, freuen sich die Liebsten dort auch über Geschenke wie kleine Brillanten oder Pelzmäntel. Schön, dass in Deutschland noch kleinere Brötchen gebacken werden und überwiegend Blumen und Schokolade verschenkt wird. Weshalb dieser Tag hier auch scherzhaft als Feiertag der Blumen- und Schokoladengeschäfte bezeichnet wird.

Der Valentinstag selbst hat seinen Ursprung in der katholischen Kirche.
Es gibt da mehrere Heilige, die Valentin hießen. Der Brauch, den Namenstag so zu feiern, wird vermutlich auf den Valentin von Rom zurückgeführt. Er war christlicher Priester in Rom und wurde  am 14. Februar 269 enthauptet, weil er christliche Trauungen vorgenommen hatte.
Und nicht nur das. Er hatte es auch gewagt, römische Soldaten mit ihren geliebten Frauen zu verheiraten, obwohl dies von Kaiser Claudius II verboten worden war. Vermutlich fürchtete der Kaiser, seine Soldaten würden sich nicht ausreichend auf den Kampf konzentrieren, wenn zu Hause eine Ehefrau wartete. Valentin von Rom schenkte den frischgetrauten Paaren immer eine Blume aus seinem Garten. Und die Ehen, die er schloss, galten als besonders glücklich. Deshalb wurde er zum Schutzpatron der Liebenden.
Aber auch im antiken Rom war der 14. Februar ein besonderer Tag. Man gedachte damals der Göttin Juno, die Schutzpatronin  von Ehe und Familie war. An diesem Tag schenkten die Römer allen weiblichen Familienmitgliedern in der Familie Blumen.

Allerdings sind diese altrömische Sitte und unsere heutigen Valentinsgebräuche wohl doch nur zufällig verbunden. Sonst müsste man unterstellen, dass Kaiser Claudius II die Hinrichtung des Priesters Valentin bewusst auf den Gedenktag für die Göttin Juno gelegten hätte.

Die Verbindung von Liebesbriefen und Blumen wird auf den Engländer Samuel Pepys zurückgeführt, der 1667 seiner Ehefrau ein Liebesgedicht schickte, das sie mit einem Blumenstrauß beantwortete. Und das nach 12 Ehejahren! Aber es handelte sich hier auch um eine damals recht seltene Liebesheirat. Die Übergabe von Liebesgedichten und Blumen an diesem Tag wurde von der englischen Gesellschaft gerne übernommen und dann von den Auswanderern in Amerika kultiviert.

Aber egal, ob es nun ein alter römischer Brauch ist oder das Andenken an einen Heiligen der christlichen Kirche oder eine lange Tradition Englands ....    

Der 14. Februar ist einfach ein schöner Anlass, dem Partner zu sagen: „Ich liebe Dich“.

Christine Bitterwolf

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