Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

6.12.2017

Galerie Brillant

Seit knapp einem Jahr liegt an der Ecke vom Dürerplatz, schräg gegenüber von Josephs Bistro, die Galerie Brillant.

Canran Zhang. Foto: Sarah Felicitas Samura

Canran Zhang, der Inhaber, ist professioneller Meister der Malerei und Kurator zugleich.
Mit der Galerie ist er in die Fußstapfen seines Vaters getreten, der in Shanghai Kunstprofessor war und seit zwanzig Jahren eine eigene Galerie führt. Schon als Kind hat seine Kunstkarriere begonnen.
Canran Zhang hat Ende der 90er Jahre in Hangzhou, China, klassische Ölmalerei studiert und von 2006-2009 ein Masterstudium an der UdK etabliert, einen deutschen Masterstudiengang mit chinesischem Lehranteil. Ferner erwarb er sich an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden ein Diplom für Theaterplastik.
Ihn sprach die Ölmalerei sehr an, da in der alten chinesischen Malerei zunächst kein Öl verwendet wurde. Traditionelle chinesische Malerei waren Tuschzeichnungen, Kalligraphien vorwiegend, wobei sich die klassische chinesische Malerei in zwei Haupttechniken unterscheidet, dem Gongbi, in welchem Details und personenbezogene, theatralische Szenen oder Familiengruppierungen dargestellt werden und dann das Ink oder Handwashpainting, was als literarisches Malen bezeichnet werden kann. Darüber hinaus prägt die Landschaftsmalerei in vielen Facetten und Formen die chinesische Malkunst.
Canran Zhang lebt seit 2008 in Deutschland, seit 2010 in Berlin. Friedenau empfindet er als bequemen und freundlichen Bezirk, er sagte auch, er findet es super, dass hier die Straßen die Namen von alten Künstlern, beispielsweise Cranach, Rembrandt oder Rubens tragen.
Seine eigenen Bilder und Gemälde spiegeln die historische Seite Chinas wieder. Alte Fotos, wie Bilder der Verbotenen Stadt oder des kaiserlichen Lebens am Hofe, dienen dem Künstler als Vorbild für Werke wie "Die kaiserliche Konkubine ist betrunken "(Öl auf Leinwand), "Der Austausch" (Öl auf Leinwand ), der"Froschkönig" (Styropor, Holz) oder das Drachenboot. Drachenboot symbolisiert das Fest des Frühlings und Sommers und wirkt sehr mystisch in den satten Ölpigmenten. Sein größtes persönliches Vorbild unter den großen, alten Malern sei Albrecht Dürer, wobei ich die Begeisterung in seiner Stimme deutlich bemerke.
Entsprechend dem wirtschaftlichen Austausch beider Länder, tauschen sich immer mehr Galeristen und Künstler international aus, sagt mir der Künstler und Kurator. Auf meine Frage, wie offen der chinesische Staat gegenüber den Künstlern sei, erhielt ich die Antwort, dass vor allem in Shanghai die internationale Kunstszene am Aufblühen ist, nur gegen die Partei direkt darf nichts gesagt werden, doch besteht seit einiger Zeit auch mehr innerasiatischer Austausch.
In der Galerie können sowohl Gemälde von Canran Zhang, als auch eine Auswahl von Arbeiten chinesischer und japanischer junger Künstler bewundert werden, die sich teilweise noch im Masterstudium befinden, dabei auch Bleistiftzeichnungen und Aquarelle, auch Kohlearbeiten.

Sarah Felicitas Samura