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05.05.2011 / Menschen in Schöneberg

Fritz Reuter Geschichten: Dem Dichter ganz nah.

Ja doch! Sein 200ster Geburtstag jährte sich bereits im November 2010. Da wurde überall über ihn geschrieben.
Dem Dichter ganz nah. Elfie Hartmann an der Fritz Reuter Büste. Foto: E. Hartmann

Über ihn aus diesem Anlass zu schreiben und Fakten aufzuzählen ist die eine Möglichkeit, z. B. dass es eine Oberschule und vier Straßen in Berlin gibt, die seinen Namen führen: In Schöneberg, Hellersdorf, Friedrichsfelde und die Fritz-Reuter-Allee in Neukölln. Dort, in der Nähe der Berliner Hufeisensiedlung sind sogar die Figuren seiner Erzählungen als Straßennamen verewigt: Jochen Nüßler, Dörchläuchting und Hanne Nüte u.a.. Die andere Möglichkeit war, sich einfach auf den Weg zu machen, sein Domizil an der Ostsee nördlich vom Geburtsort Stavenhagen aufzuspüren, einfach, um ganz besonders intensiv seine Umgebung, seine (Aus-) sichten mit eigenen Augen, mit allen Sinnen zu erfahren. Ich wollte eben ganz genau an dem Ort sein, an dem er geschrieben hat, wollte einfach da sein, wollte dort entlanggehen, wo er ging. Wollte sehen, wo er mit seiner geliebten Frau endlich glücklich und unbeschwert gelebt hatte.

So bin ich ganz genau von seiner Haustür aus in Richtung Ostsee gegangen, ganz langsam, sehr konzentriert, alleine, selbstverständlich für mich. Nichts und niemand sollte mir meine Stimmung, meine Gefühle zur dieser, mir verwandten Künstlerseele zerreden...

Genau hier entlang musste er immer gegangen sein. Genau hier sammelte oder ersann er auch ganz sicher seine Geschichten ... lebte zurückgezogen mit seiner Luise den Alltag.

Wenn ich diese ge- und erlebte Intensität nun ein wenig übermitteln konnte, würde es mich wirklich erfreuen.

Zu viel Furchtbares und zu viele Schreckensmeldungen ertragen und erfahren wir doch täglich durch die Medien in den Nach-richten. An wem kann das spurlos vorübergehen?
 
Zu schaffen, sich da ein ganz kleines bisschen heraus zu katapultieren, dabei würde ich so sehr gerne behilflich sein: Wenn mancher Leser nun vielleicht die Gelegenheit wahrnimmt, Leseproben per Internet oder gar ein Hörbuch von Fritz Reuter zu genießen, ich verspreche: Dann ist es vielleicht endlich mal wieder da, das Gefühl von doch noch heiler Welt!
Ein : „Alles-wird-gut-Gefühl“.

Als herausragender Vorleser ist da Klaus Jürgen Schlettwein zu er-wähnen. Doch auch Peter Wilke und Uwe Süssmilch verstehen einfühlsam, sehr liebevoll und amüsant in der niederdeutschen Mundart vorzulesen.

Sollte man sich nicht das Recht auf eine kleine Alltagsflucht in friedlichere Gefilde nehmen, dem Gemüt mehr Gutes tun?

Blumenträume schickt Ihnen dazu,

Elfie Hartmann

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