Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

10.07.2016

Friedrich-Wilhelm, dreimal anders (3.Teil)

Wie bereits berichtet, hatte im April in einer gut besuchten Veranstaltung in der Kirche Zum Guten Hirten die BVG ihre Umbaupläne für den U-Bahnhof Friedrich-Wilhelm-Platz vorgestellt.

Foto: Kerstin Maul

Die Stadtteilzeitung hatte zum Stand der Bildfindung für die Bahnhofseingänge berichtet, wobei die Bergius-Schule und die edition Friedenauer Brücke einen Einblick in ihre reichhaltigen Bildbestände gaben. Zum Abschluss des Informationsabends hatte die BI Friedrich-Wilhelm-Platz einen Überblick über ihre bisherige Tätigkeit gegeben und ihren Willen bekräftigt, an der Rückgewinnung von Aufenthaltsqualität für den einstigen Schmuckplatz festzuhalten.

Wie Alexander Obst dazu ausführte, habe die seit drei Jahren aktive BI in zahlreichen Säuberungs- und Pflanzaktionen zwar Zeichen setzen können, doch fehle bislang eine ausreichende Unterstützung der Öffentlichen Hand, etwa was den Abriss der Mauer zur Bundesallee betrifft. Doch komme nun anscheinend Bewegung in die Sache. In mehreren Gesprächen mit der BVG konnte erreicht werden, dass im Zuge des Fahrstuhleinbaus auf dem Fahrbahnmittelstreifen in Höhe der Niedstraße sowohl die sichere Querung der Straße als auch die des Parks verwirklicht werde, die zudem durch zwei Laternen beleuchtet werden soll. Eine alte Forderung der BI.

Doch mittelfristig sollen nach dem Willen der BI auch Wege gefunden werden, um die durch aktuelle Zählungen des tatsächlichen Verkehrsaufkommens als überdimensioniert erwiesene Dreispurigkeit der Fahrbahn zurückzubauen. Denn eine veränderte Raumaufteilung würde sich naturgemäß auch auf das Erscheinungsbild des im Zuge der Verkehrsplanung grausam verstümmelten Platzes auswirken.

Auf zu neuen Taten

Bereits zwei Tage nach der Veranstaltung bekräftigte die BI ihre Entschlossenheit zu weiteren Aktionen. In Angriff genommen wurden die Freiflächen vor den Häusern der platznahen Görresstraße, vor dem Hotel Lilly Klee, und an der Einmündung der Sarrazinstraße. Die Beete wurden nach Säuberung und Vorbereitung mit einer Randbepflanzung aus Lavendelbüscheln versehen, und zum bestehenden roten Blütenmeer wurden Rosen der Sorte Schneeweißchen gesetzt.   Musste dieser Auftakt noch im leichten Nieselregen vonstatten gehen, so fand die ergänzende Nachbehandlung wenige Wochen später bei strahlendem Sonnenschein statt. Und während in den Beeten nachgepflanzt wurde, kam gleichzeitig das von zwei Trampelpfaden durchzogene Dürrgras-Dreieck in Richtung Bahnhofseingang Görresstraße an die Reihe.

Leider hatten Unbekannte für unbekannte Zwecke einen Teil der frisch angelieferten Blumenerde nächtlicherweise abtransportiert. Doch blieb von den zehn Kubikmetern noch genug übrig, um den Boden für eine erneuernde Grasaussaat zu bereiten. Aber auch bei den Körnern mussten leider Einbußen hingenommen werden, wie eine Nachbesichtigung ergab. Diesmal durch geflügelte Körnerfreunde. Bei solchen Rückschlägen hilft Humor. Und den zeigt Michael Haarmann von der BI, als er auf die Frage nach dem geplanten Umgang mit den hässlichen Trampelpfaden antwortet: „Wir glauben nicht, dass man den Leuten die Diagonale abgewöhnen kann.“ Ernst wird er hingegen, wenn er nach dem Schicksal der auf dem Mittelstreifen der platzseitigen Bundesallee in Fünfer-Gruppen gepflanzten Pracht-Tulpen befragt wird. Denn die sind eindeutig von Dieben einfach abgeschnitten worden.

Gegen solche Tiefschläge hilft ein Fest. Deswegen hatte die BI zum 17. Juni zu einer Langen Tafel mitten auf dem Platz geladen. Dazu hatten nicht nur die Mitglieder Selbstgemachtes mitgebracht. Auch die gewerbliche Nachbarschaft beteiligte sich mit Geld- und Sachspenden. So etwa der Nahkauf in der Görresstraße mit Bier und Selters, Primavera daneben mit Wein, Bäcker Schnell an der Ecke mit Brezeln. Und es gab auch eine Lotterie mit drei gestifteten Preisen: Einem Gutschein von Friseur Siwar, einem Fußpflege-Gutschein vom beauty-Kosmetikstudio und einem Frühstücksgutschein vom Kaiser-Bäcker. Und weil der Regen pünktlich zum Festbeginn seine Tätigkeit einstellte, spielten fünfzehn Bläser des Posaunenchors der Kirchengemeinde gutgelaunt: „Geh aus mein Herz und suche Freud!“

Mehr Infos über die Initiative:
http://friedrich-wilhelm-platz.com/

Ottmar Fischer

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