Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

29.08.2016

Friedrich der Große heute im Steglitzer Stadtpark

Wir stellen den Herrn Inkognito (Name der Redaktion bekannt) vor, der von ihm selbstgebastelte Harke und Kescher in die Hände nahm und den Seerosenteich im Stadtpark Steglitz von Schlamm und Unrat zu befreien begann.

Foto: Hartmut Ulrich

„In Preußen ist man häufiger in Verlegenheit, alle verdienstvollen Handlungen gebührend zu belohnen, als in der Zwangslage, schlechte zu bestrafen. Man kann die Tugend nicht hoch genug achten, noch die, die sie ausüben, genug ermutigen. Das Staatsinteresse verlangt, dass alle Bürger sich der Tugend befleißigen. Von der Tugend soll man sprechen, wackere Taten sind herauszustreichen, damit sie womöglich noch höheren Glanz erhalten und die für sie empfänglichen Seelen zur Nacheiferung anspornen … Eine schöne Eigenschaft des Herrschers ist es, dass er das Verdienst im Verborgenen aufsucht und eine wackere Tat belohnt, die ohne Zeugen vollbracht ist. Darauf soll er sein Augenmerk lenken und ebenso viele Spione halten, um die guten Eigenschaften der Bürger zu ermitteln, wie die Tyrannen, um Verschwörungen aufzudecken, die man gegen sie anzettelt.“ (Friedrich der Große: Das Politische Testament von 1752, Seite 47/49).

In diesem Sinne stellen wir also den Herrn Inkognito (Name der Redaktion bekannt) vor, der  von ihm selbstgebastelte Harke und Kescher in die Hände nahm und den Seerosenteich von Schlamm und Unrat zu befreien begann. Auch wenn ihm diese Sisyphusarbeit bisher noch nicht vollends gelang, sah er in seiner Arbeit im „Verborgenen“ eine gewisse Aufforderung an das Grünflächenamt des Bezirks - wohlwissend um dessen personelle Unterbesetzung - , den nicht nur im Augensinne betrüblichen Zustand  der Teiche im Stadtpark zu prüfen. Immerhin erfreute er durch seine löblichen Taten einige vorüber kommende Mitbürgerinnen und Mitbürger, aber vor allem Kinder dergestalt, dass sie – wenn auch nur kurzfristig – zur Harke und zum Kescher griffen. Die gefangenen Fischlein wurden natürlich wieder in den Teich gesetzt. Auch die Wasserfröschlein des Teiches ließen ihre Freude mit gewagten Lustsprüngen erkennen. Friedrich II., lebte er denn noch, hätte seine helle Freude an unserem Herrn X und seinen Taten.

Wie von Herrn X. vermeldet, waren inzwischen auch einige Heinzelmännchen vom Grünflächenamt (?) nicht nur scharf-, sondern auch einsichtig und haben den „Schlammaushub“ auf dem Platz  neben dem Teich schnell beseitigt und sogar den Rasen gemäht. (Sachstand 8.8.2016). Auch an diesen aufmerksamen Mitarbeitern hätte Friedrich II. seine Freude. Und er würde alle herzlich grüßen, wie auch der Spion

Hartmut Ulrich.

P.S. Leider sind Harke und  Kescher auf unerklärliche Weise verschwunden; die Arbeit muss ruhen. Hoffen wir also auf neue Heinzelmännchen!

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