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28.02.2011 / Projekte und Initiativen

Friedenau räumt auf

Seit drei Jahren brüten Fachleute wie der frühere Senator für Stadtentwicklung Hassemer und der frühere Direktor des Instituts für Urbanistik und vormalige Präsident der FU Kreibich über Möglichkeiten zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität in dieser großen Stadt mit seinen vielen Sondersituationen in den unterschiedlichen Gegenden. Herausgekommen ist nun kein neuer Plan, sondern eine Aktion, die in Friedenau ihren beispielgebenden Anfang nehmen soll.
Den Hund im Logo hat Emil Grönebaum, 9 1/2 Jahre alt, gemalt.
von rechts nach links: Andreas Kleine-Kraneburg Stadtgespräch Berlin (Leiter der Akademie Konrad-Adenauer-Stiftung) | Reinhardt Lange BSR Regionalleiter Süd-West | Magrit Knapp Friedenau-Netzwerk, Gründungsmitglied der Early Music Society Berlin | Karen Greve Ehrenvorsitzende der Friedenauer Kammermusik, Initiatorin, Gründungsmitglied und Vorsitzende der Early Music-Society Berlin (Physiotherapeutin).

Magrit Knapp vom Friedenau-Netzwerk hatte in Zusammenarbeit mit diesem Fachleutegremium vom „Stadtgespräch-Berlin“  ins Gemeindezentrum der Philippus-Kirche eingeladen, um die Idee mit der Praxis zu verbinden, denn was nützt alles Jammern und Klagen, was hilft die endlos sich verlängernde Reihe guter Gedanken, wenn keine Taten folgen. Und für Taten ist Frau Knapp bekannt, denn ihrer Initiative verdanken die Friedenauer den alljährlich auf dem Breslauer Platz aufgestellten Weihnachtsbaum mitsamt den gemalten Engeln am Baum und all den Engeltaten um den Baum herum.

Insofern treffen hier also Sachverstand und Tatkraft glücklich aufeinander, wenn es in Friedenau in einem geplanten Dreischritt nun heißen soll: „Friedenau räumt auf“, „Friedenau blüht“ und „Kampf der Miniermotte“.

Begonnen werden soll am 9. April mit der Aktion „Friedenau räumt auf“. In einem noch zu verabredenden Zeitkorridor von etwa 10 bis spätestens 18 Uhr sollen Bürger-  und Schulgruppen, die dazu von der BSR mit Kehr-Paketen ausgerüstet werden, die Plätze, Mittelstreifen der Straßen und die Spielplätze in Fiedenau von allen unachtsam oder auch mit Absicht abgelegten Hinterlassenschaften befreien, um so die Voraussetzung für die dann folgende Aktion „Friedenau blüht“ zu schaffen.

Bis hierhin war einhellige Zustimmung der Versammlung zu verzeichnen. Doch es entspann sich eine teilweise erregt geführte Debatte darüber, wie die Verwaltung und die BSR dazu veranlasst werden könnten, den ihnen auferlegten Pflichten besser nachzukommen. In mehreren Beispielen wurde aufgezeigt, wann, wo und wie eine nur unzureichende Erledigung der Aufgaben erfolgte und dass auch keine Meldung bei zuständigen Stellen Abhilfe schaffen konnte.
Daraus ging nun die Überlegung hervor, die Aufmerksamkeit der Aktionsteilnehmer am 9. April nicht nur auf die Beseitigung der Unansehnlichkeiten zu lenken, sondern gleichzeitig den Blick auch auf erkannte Unachtsamkeiten  von Verwaltung und BSR zu richten. Man einigte sich darauf, den Aktionstag auch als Beschwerdesammeltag zu nutzen und die gesammelten Klagen der Bürgerschaft am Ende der Aktion dem Bürgermeister zu übergeben. Schließlich hat der die Schirmherrschaft über das Gesamtvorhaben übernommen. Da sollte es doch wohl auch möglich sein, Verbesserungsvorschläge aus der Bürgerschaft umzusetzen.

Eine Geschäftsfrau vom Friedenauer S-Bahnhof konnte die Versammlung dann wieder erheitern und  sorgte auf ihre Weise für die Rückkehr zur guten Laune der Aktionsstimmung:  Im vergangenen strengen Winter seien ihr wie vielen anderen auch die Schneemengen vor ihrem Geschäft über den Kopf gewachsen. Weil sie den Kampf trotz ihrer Unzuständigkeit bis an den Rand ihrer Kräfte zwar immer wieder aufgenommen, eines Tages aber nicht mehr zu einem glücklichen Ende habe führen können, habe sie schließlich die BSR verständigt. Und die sei tatsächlich mit einer Einsatzgruppe auch angerückt und habe die Not vor Ort beseitigt. Sie habe sich dann per Mail auch in der Einsatzzentrale für die prompte Hilfestellung bedankt. Und durch dieses Erlebnis ermutigt, habe sie wenig später erneut die BSR zu Hilfe gerufen, als die Schneenot wieder zu groß für ihre Kräfte geworden war. Und wieder sei ihr prompte Hilfe zuteil geworden, sodass sie der Versammlung nur anraten könne, ganz unverzagt zur Tat zu schreiten und darauf zu vertrauen, dass es den vereinten Kräften der Bürgerschaft nicht nur gelingt, die Unschönheiten am Wohnort im Frühjahrsputz zu beseitigen, sondern auch ein Ohr und einen Weg für die Umsetzung der gesammelten Verbesserungsvorschläge zu finden.

Zum Mitmachen können sich sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen melden. Aber nicht nur bestehende Gruppierungen und Vereinigungen sind willkommen, auch Aktivisten, die ihre Nachbarn und Freunde zu Spontantaten veranlassen wollen, sind herzlich eingeladen. Denn jeder, der vor der eigenen Tür zu kehren beginnt, bereichert den Wohnort.

Ottmar Fischer

Auskünfte und Anmeldungen unter:
<link mail ein fenster zum versenden der>magrit.knapp@friedenau-netzwerk.de
Telefon: 852 33 56

Hörfunkbeitrag im Deutschlandradio Kultur
<link http: ondemand-mp3.dradio.de file dradio drk_20110420_0820_21ed8af5.mp3 external-link-new-window externen link in einem neuen>Uns stinkt es - Bürger räumen ihre Stadt auf
Sendezeit: 20.04.2011 08:20
Autor: Nichelmann, Johannes
Sendung: Reportage
Länge: 06:05 Minuten

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