Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

13.10.2021

Freude am Tauschen

Von Elfie Hartmann. Rückblick und Resümee: Vom 1. bis 31. August wurden Anwohner in Schöneberg Nord eingeladen, an unterschiedlichsten Aktivitäten in dem für diesen Zeitraum für den Autoverkehr gesperrten „Sommerstraße Barbarossa“- Straßenabschnitt teilzunehmen oder selbst welche zu starten.

Foto: Elfie Hartmann

Der Verein „Kiez er-Fahren“ rief am letzten Samstag im August zu einem „Tausch und Geschenke Markt“ auf. Und zwar ohne jeglichen kommerziellen Hintergrund, was bedeutete, etwas von dort mitnehmen zu können, etwas dafür hinzubringen oder auch nur etwas zu nehmen, sowie nur etwas zu bringen ohne etwas mitzunehmen. Also ganz im Gegensatz zu den allseits bekannten Flohmärkten. Jede Pflanze, jeder Haushaltsgegenstand, jedes Möbelstück, gut erhaltene Kleidung, nicht mehr benutztes Spielzeug und jedes Angebot, z.B. das eines Yoga-Kurses, waren willkommen.

Neugierig geworden, begab sich auch die STZ am letzten Augustsamstag in Richtung Kyffhäuser/Goltz/Barbarossa Straße. Dort war, wie angegeben, der betreffende Straßenabschnitt ausschließlich für diese Aktion gesperrt und es herrschte insgesamt eine angenehm lockere Atmosphäre. Man sprach sich während der Begutachtungen der (r)ausgestellten Dinge hier und da unvermittelt an , Kinder liefen zu den Ständen mit allerlei Spielwaren, und in kleinen Gruppen wurde sporadisch über das Für und Wider von für den Autoverkehr gänzlich gesperrten Straßen diskutiert.
Das Angebot kostenloser Inanspruchnahme der Lastenfahrräder, auch größere Möbelstücke dorthin transportieren zu können, fand sichtbar Anklang. Jedenfalls war im Depot der Fahrräder nur noch eines übrig. Auch zum vorgegebenen Ende der Aktion eilten noch einzelne Bewohner mit ihren privaten Möbelstücken Richtung Goltzstraße, denn auch so konnte man ausrangierte Möbel unkompliziert loswerden. Oder man hatte sich eventuell erst im allerletzten Augenblick überwunden, sich vom ehemals vielleicht unentbehrlich scheinenden, so heißgeliebten Nachttisch zu trennen.
Aufgestellt vor Ort gab es einen separaten, etwas kleineren Container für alle Arten von Elektroschrott nebst daneben stehendem Berater der BSR. Entsprechende Fachsimpelei konnte man, so man interessiert war, gleich gratis mithören.
Die BSR selbst war am Ende der Barbarossastraße mit einem ihrer großen Müllfahrzeuge präsent, um sämtliche nicht abgeholten bzw. übrig gebliebenen Gegenstände zu entsorgen. Dieser Wagen wurden besonders von Kindern als ein willkommenes „Event“, staunend und dementsprechend interessiert, intensiv, genaustens beobachtet. Der gut einsehbare Vorgang des hydraulischem Hochhebens, Zertrümmerns, Zerquetschens mit den entsprechenden Geräuschen dabei faszinierte wohl ganz besonders. Die Gesichter der Kleinen sprachen jedenfalls Bände. So war die Straße zuletzt wieder sauber und der Spielplatz nebenan füllte sich mehr und mehr mit anscheinend nicht müde zu kriegenden Kindern nebst ihren erschöpft wirkenden Eltern am Rande.

Ob das im Vorfeld hier erkennbar gut organisierte Experiment wiederholt wird, war noch nicht in Erfahrung zu bringen. Dass die Aktion zumindest an diesem Tag Anklang und Freude brachte, dürfte man aber auf jeden Fall so unterschreiben.

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