Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

14.04.2011 / Projekte und Initiativen

Freimaurerinnen in Berlin

Hört man den Begriff "Freimaurer", denkt man unwillkürlich an eine mysteriöse Männerbastion. Mittlerweile gibt es jedoch auch Logen, die ausschließlich aus Frauen bestehen. Es sind jedoch nur relativ wenige, gemessen an der Vielzahl männlicher Logen. Bundesweit existieren ca. 300 Freimaurerinnen in 17 Logen, die sich vor allem auf das Rheinland konzentrieren.
V.l.n.r.: Petra Mikoleit, Rotraut Meier, Kristina Rochlitz. Foto: Hartmut Becker

Die Loge "Zur Humanität" wurde am 30.06.1949 auf Anregung des Großmeisters der "Großen Loge" "Royal York zur Freundschaft" gegründet. Und es gibt sogar noch eine 95jährige "Schwester", die die Logengründung unter zum Teil heftigen Widerstand einiger Mitbrüder miterlebt hat. 1982 konnte  dann zusammen mit zwei westdeutschen Freimaurerinnenlogen die Frauengroßloge gegründet werden und in Berlin fügte man dem Logennamen den Begriff  "Beständigkeit" hinzu.

In dem Berliner Logenhaus an der Emser Straße 12 treffen sich die zur Zeit aktiven 25 Berliner Freimaure-rinnen. Frauen als Freimaurer sind in Deutschland eher noch eine Rarität, im Gegensatz zu anderen Ländern, wie zum Beispiel in Frankreich, in dem es bis zu 13.000 "Schwestern" gibt, die fast staatstragend an sozialen Fragen in ihrem Land mitarbeiten.

Europaweit existieren Kontakte zu sechs Ländern incl. der Türkei durch den Europäischen Verband der Freimaurerinnen. In den USA gibt es eigene Organisationen für die weiblichen Familienmitglieder der männlichen Freimaurer.

Es gilt auch hier, wie bei den männlichen Logen das Prinzip: "Ändere die Welt, aber fange bei Dir an". Es gilt, Verantwortung zu tragen für Werte, Toleranz, Humanität und Brüderlichkeit. Man könnte also sagen, es ist eine Gruppierung von Idealisten, die auf dem Wege sind!
Die Loge ist eine Wertegemeinschaft, in der innere Werte und Vertrauen gesucht werden, ihr Thema ist die „Vielfalt in der Gleichheit“! Es handelt sich jedoch um kein berufliches Netzwerk.

Die rituelle und spirituelle Arbeit bietet Anlass, die Phasen des Lebens bewusster zu erleben. Die Symbole, die zumeist aus der mittelalterlichen Steinmetzkunst entnommen wurden, und die Rituale sind die selben wie in einer männlichen Loge. Diese Symbole zu deuten, stellt allerdings eine Aufgabe dar.
Das Senkblei soll zum Beispiel bedeuten, „Gehe in Dich“, die Winkelwaage, „Dass alle Menschen auf der selben Ebene stehen“.

Alle Logen der Großloge „Zur Humanität“ arbeiten nach eigenem Ritual in Anlehnung an das Ritual der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. Freimaurer und Freimaurerinnen arbeiten in der Regel in getrennten Organisationen. Daher sind in der Loge „Zur Humanität und Beständigkeit“ keine Brüder bei der Arbeit zugelassen. Gleichwohl existieren enge informelle Netzwerke zwischen „Brüdern“ und „Schwestern“. Andere Großlogen erlauben auch gemischte Logen.   

Die Mitgliedschaft in einer Loge sollte fürs Leben sein und somit gründlich überlegt werden, ein Austritt ist aber jederzeit möglich. Die Mitgliedschaft ist ziemlich zeitaufwändig, die Freimaurerinnen treffen sich einmal wöchentlich. So genannte „Gästeabende“ dienen der Information.

Bei den folgenden 1:1-Gesprächen wird versucht,die gegenseitige Interessenlage abzuklopfen. Heutzutage sind viel junge Frauen auf der Suche nach Persönlichkeitsentwicklung, ohne sich einer religiösen Vereinigung oder einer Sekte anvertrauen zu wollen. Das Interesse an der Arbeit an sich selbst im Kreise einer Freimaurerinnenloge ist in den letzten Jahren wieder gestiegen.

Thomas Geisler

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