Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

5.03.2013

Frauenpower ohne Grenzen

Eine Haushaltshilfe in Berlin, die eigentlich Doktorandin der Warschauer Universität war und sich durch einfache Arbeit in Berlin ihren Lebensunterhalt verdiente, dies war der Ausgangspunkt für die Gründung der Fraueninitiative Berlin-Warschau im Jahr 1992.

Fraueninitiative mit Begleitung auf der Polenreise 2012, Foto: Privat

Unser direktes Nachbarland Polen besser kennenzulernen, insbesondere die Situation der Frauen dort, war der Motor des neu gegründeten Vereins. Zusätzlich sollten die Verständigung und der Austausch zwischen den Nachbarn vertieft werden.
Heute  geht es dabei um die Vermittlung von Kontakten und Projektanstößen, um Erfahrungs- und Informationsaustausch, um Weiterbildung und Kooperation. Mit den Jahren haben sich drei Schwerpunkte gebildet.

An erster Stelle steht die Schaffung eines Netzwerks zwischen polnischen und deutschen Frauenorganisationen. Das bedeutet, dass der deutsche Verein polnischen Frauenorganisationen dabei hilft, den Frauen ihre berufliche Selbstständigkeit zu ermöglichen oder Fördermittel der EU zu beantragen.

Früher musste häufig erstmal das Selbstbewusstsein der Polinnen gestärkt werden. Tagungen und Seminare, von der Fraueninitiative vermittelt oder veranstaltet, trugen dazu bei. Dass hier Handlungsbedarf bestand, zeigt die Tatsache, dass der Begriff "Frau" teilweise aus den polnischen Gesetzen gestrichen und durch das Wort "Familie" ersetzt worden war. Durch den Beitritt Polens in die EU hat sich hier viel verbessert.

Ein weiterer Schwerpunkt der Fraueninitiative ist es, die Polinnen bei der Betreuung von Projekten zu unterstützen. Aktuell handelt es sich hier um das Projekt in Sosny, einem Ort nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Dort steht ein ehemaliges deutsches Landgut. Eine Polin hat das Gut aufgekauft und versucht nun, es neu zu bewirtschaften. Eines ihrer Ziele dabei ist die Schaffung von Übernachtungsmöglichkeiten. Bei diesem Vorhaben hilft ihr die Berliner Fraueninitiative, der übrigens auch die Tochter des ehemaligen Gutsbesitzers angehört. Die Berliner Frauen sind auch einmal im Jahr Gast beim jährlichen  Sommerfest.

Außerdem nimmt die Fraueninitiative zur Zeit an einem EU-Projekt teil. Zusammen mit zwei Frauengruppen (Basel und Krakau) werden Beispiele für lebenslange Lernpartnerschaften erarbeitet. Die Berliner Frauen beschäftigen sich dabei mit Sprachunterricht. Konkret bedeutet dies,  dass die Frauen in Sosny von einem Mitglied der Fraueninitiative  wöchentlich in Deutsch unterrichtet werden.

Der dritte Schwerpunkt des Vereins ist die Organisation von jährlichen Reisen nach Polen, um den Nachbarn besser kennenzulernen. Als Vorbereitung dazu gibt es eine Vortragsreihe, die sich mit dem jeweiligen Reiseziel beschäftigt. So ging es zum Beispiel letztes Jahr von Gdañsk nach Olsztyn, Reiseziel 2013 ist Oberschlesien. Während der Reisen finden Treffen mit örtlichen Frauenverbänden statt, so dass immer ein aktueller und anregender Erfahrungsaustausch stattfindet. Die Vorsitzende des Vereins, Maria Gast-Ciechomska, ist Übersetzerin, dadurch ist eine gute Kommunikation gewährleistet. Übrigens, bei den Vorträgen und den Reisen sind Männer als Gäste zu-gelassen.

Der Verein trifft sich einmal im Monat im Bürgertreff in Lichterfelde und finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Die Fraueninitiative ist außerdem Mitglied im Landesfrauenrat  Berlin und arbeitet mit der deutsch-polnischen Gesellschaft zusammen. Im März gibt es noch einen Vortrag zur Reisevorbereitung.

Vortrag : 27.03.2013 um 19 Uhr
"Oberschlesien zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg "
Geschichtskultur in Katowice.
Ort : Bürgertreff Lichterfelde-West im ehemaligen Bahnhofsgebäude
Hans-Sachs-Str. 4d in 12205 Berlin
Für weitere Infos: G. Brokamp  / Tel. 793 3712

Christine Sugg

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