Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

06.07.2015 / Projekte und Initiativen

Frauen auf neuen Wegen

Im März begann im Nachbarschaftsheim ein dreimonatiger Berufsorientierungskurs für Frauen. Ich mache mit und führe ein Kurstagebuch (Teil 1,2,3: April, Mai, Juni). Hier der vorerst letzte Teil.
Selbstbewusste Frauen. Foto: NBHS

Nun ist die intensive Zeit unserer zweimal pro Woche stattfindenden Treffen vorbei - Zeit für ein Fazit. Hat sich der Aufwand gelohnt? Haben wir etwas gelernt, über uns, über unsere Fähigkeiten, unsere Ziele, das zu erfolgversprechenden Bewerbungsstrategien führt? Eindeutig: JA. Das ging aber nicht ohne intensives Eintauchen in die eigene Biografie, die wir kleinschrittig immer näher und genauer unter die Lupe genommen haben, um anschließend passgenaue Bewerbungsunterlagen anzufertigen. Man kann nicht für jede Stelle denselben Lebenslauf nehmen, auch wenn man denkt, die Daten blieben doch dieselben. Ein Apfel sieht ja auch nicht immer gleich aus, wenn man ihn von allen Seiten betrachtet - so ist es auch mit den Erfahrungen, die wir auf unserem Lebensweg gesammelt haben. Was für die eine Stelle nur einer kurzen Erwähnung wert ist, muss für die nächste vielleicht in aller Ausführlichkeit beleuchtet werden.

Sehr geschickt war die Anleitung zum kollegialen Coaching durch Marianne Konermann und Christiane Pods Mit anderen Worten: Sie zogen sich nach und nach ganz unauffällig aus dem Entwicklungsprozess heraus und legten die gegenseitige Beratung in unsere Hände. Natürlich waren sie weiterhin hoch präsent und mit praktischer Unterstützung hilfreich, doch wurde mir nach und nach deutlich, dass es letztlich um Netzwerke geht: Kontakte knüpfen, Beziehungen herstellen - es geht um Zuversicht und Vertrauen. Wir haben gelernt, auf unsere eigenen Stärken zu bauen und diese auch den anderen Frauen zur Verfügung zu stellen. Und das trägt zur Entwicklung von Selbstvertrauen bei.
Die ersten echten Vorstellungsgespräche haben schon stattgefunden, die erste Probearbeit wurde vereinbart, behördliche Hürden wurden überwunden, ich habe ein Jobangebot angenommen, und durch ihre Hartnäckigkeit konnte eine Teilnehmerin ihren mehrfach abgelehnten Antrag auf Umschulung durchsetzen. Das sind direkt und indirekt die erfreulichen Folgen unserer gemeinsamen Arbeit im Berufsorientierungskurs.

Vielleicht haben nicht alle von uns schon ihre Möglichkeiten ausgeschöpft; vielleicht braucht die eine oder andere noch mehr Zeit. Deshalb folgen sechs offizielle Nachtreffen, auf denen wir uns gegenseitig berichten werden, uns aneinander aufrichten, uns beraten und gegenseitig helfen werden - wiederum begleitet von Marianne und Christiane. Aber wichtiger noch: Wir wollen uns auch privat regelmäßig sehen. Und vielleicht ist das der größte Gewinn.
Der nächste dreimonatige Berufsorientierungskurs im Nachbarschaftsheim beginnt im Herbst: <link http: www.nbhs.de stadtteilarbeit berufsorientierung-fuer-frauen external-link-new-window externen link in einem neuen>www.nbhs.de/stadtteilarbeit/berufsorientierung-fuer-frauen/

Sanna von Zedlitz

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