Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

3.05.2016

Franko's Schuhexpress

Seit 1982 ist Franko im „Geschäft“. Zuerst im EG im Forum Steglitz und seit 2002 in der Bornstr. 2 direkt gegenüber. Damals sollte er ins Kellergeschoss des Forums umziehen, da hat er den Laden mit Tageslicht in der Seitenstraße vorgezogen.

Ein Schuster, der bei seinen Leisten bleibt. Foto: Christine Sugg

Franko ist gelernter Schuhmacher, heutzutage nicht mehr selbstverständlich, wenn man an so manchen Schuh- und Schlüsseldienst denkt, wo häufig nur Angelernte arbeiten. So umfasst sein Tätigkeitsbereich auch mehr als das Ankleben von Absätzen. Der Beruf hat ihm zugesagt, weil er interessant ist und teilweise eine kreative Komponente braucht. Das sei der Fall, meint er, wenn er zum Beispiel ausgerissene oder fast kaputte Schuhe im wahrsten Sinne des Wortes „flicken“ soll. Da muss er sich genau überlegen, wie er vorgeht. Aber auch das Weiten und Längen von Schuhen wird von ihm gemacht, ebenso das Nähen von Reißverschlüssen (Taschen ausgenommen), hier leistet seine Sattlermaschine gute Dienste.

Übrigens: Franko ist der richtige Vorname dieses freundlichen und zuverlässigen Schuhmachers. Der geborene Kreuzberger lebt seit früher Kindheit in Friedenau und ist dort heimisch geworden. Interessant sind für ihn auch erlaubte orthopädische Arbeiten, wie zum Beispiel Schuherhöhungen außen oder innen am Schuh und Absatzerhöhungen. Aber das ist noch nicht sein ganzes Repertoire. Er kann auch "Schuhe umbauen", also zum Beispiel Veränderungen des Schafts bei Stiefeln oder Schuhverkürzungen bei Sandalen. Das geht jedoch nur, wenn es das Material erlaubt und das ist vor allem bei Leder der Fall, weniger bei den anderen, meist künstlichen Materialien.

Drei Jahre dauert die Ausbildung rund um den Schuh und sie ist laut Franko noch nachgefragt. Mittlerweile gibt es jedoch nur noch eine einzige Berufsschule für ganz Deutschland, die in Thüringen ist. Die Auszubildenden haben dort Blockunterricht. Die angehenden Schuhmacher spezialisieren sich heutzutage auf Orthopädie oder Maßschuhe, denn den traditionellen Schuhmacher wird es wohl irgendwann nicht mehr geben.

Der Laden von Franko ist sehr einfach und eher zweckmäßig eingerichtet, es gibt Pflegeprodukte und allerlei Einlegesohlen. Außerdem riecht es manchmal nach Klebstoff. Man merkt gleich, hier geht es um solide Arbeit und nicht um das Drumherum. Franko verwendet übrigens keinen Ökokleber. Nicht weil er das nicht wichtig findet, sondern ganz einfach, weil der Ökokleber bei vielen Kunststoffen, aus denen die Schuhe heutzutage sind, nicht hält. Gott sei Dank enthielten auch die normalen Klebstoffe mit den Jahren immer weniger Giftstoffe, meint er, das sei nicht nur für die Umwelt besser, sondern auch für den Schuhmacher selbst.

Was machen für ihn gute Schuhe aus? Bequemlichkeit und gutes Material, am besten Leder. Dazu ein kleiner Tipp von ihm, neue Schuhe am besten nachmittags anprobieren, dann schwellen die Füße langsam an und man merkt schneller, ob die Schuhe bequem sind. Gute Schuhe halten lange, wenn sie richtig gepflegt werden, dabei ist vor allem auf die Imprägnierung zu achten. Viele Schuhe sind heute aus Nubuck, einem aufgerauten Glattleder. Dies gut zu pflegen ist nicht so einfach, auch hier kann ein Schuhmacher helfen und zum Beispiel die Farbe wieder auffrischen.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass Frankos Laden auch Annahmestelle für eine Werkzeugschleiferei ist, die das Schärfen von Messern, Scheren, Kreissägeblättern oder Rasenmähermessern anbietet.

Franko's Schuhexpress
Bornstr. 2, 12163 Berlin

Öffnungszeiten:
Mo, Di, Do, Fr 9.00 Uhr - 19 Uhr,
Mi und Sa 9.00 Uhr - 14 Uhr

Christine Sugg

Kontakt

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