Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

2.07.2017

Familienpaten schenken Zeit

Ein Kind stellt das Leben der frischgebackenen Eltern erstmal auf den Kopf - Bei Drillingen verdreifacht sich das Glück, aber eigentlich bräuchte man auch sechs Hände.

Zwei zu drei. Foto: NBHS

Das Ehepaar Soldanski hat vor 16 Monaten Drillinge bekommen, und den beiden ist es sehr wichtig, dass die Mädchen die Möglichkeit haben, auch individuell ohne die Geschwister Zeit mit den Eltern zu verbringen, damit sich keins der Kinder vernachlässigt fühlt. Da die Großeltern nicht in Berlin leben, ist es nicht immer leicht, diesem Anspruch gerecht zu werden. Daher kam die Familie auf das Projekt „Ehrenamtliche Familienpatenschaften“ des Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. zu. In einem Kennenlerngespräch mit der Projektkoordinatorin Fabienne Diergardt berichteten die Eltern, in welchen Bereichen sie sich Unterstützung wünschen und überlegten gemeinsam mit der Koordinatorin, wie sie entlastet werden können und auch mal Zeit für sich finden können.

Die Projektkoordinatorin machte sich nach dem Gespräch gleich auf die Suche nach einer Patin und konnte der Familie schon kurz darauf Frau Schmidt vorstellen. Bei dem ersten Treffen mit ihrer neuen Patin waren die Drillinge sehr neugierig auf Frau Schmidt und bezogen sie gleich in ihre Spiele ein. Die Sympathie war auf beiden Seiten groß, und so verabredete sich die Familie noch in derselben Woche mit Frau Schmidt im Park.

Nun besucht Frau Schmidt bereits seit knapp drei Monaten einmal in der Woche die Familie Soldanski. Am liebsten sind sie draußen an der frischen Luft und erkunden die Spielplätze des Bezirks. Die ausgebildete Logopädin verbringt gerne Zeit mit Kindern, und nun, da ihre Tochter erwachsen und bereits seit einiger Zeit von zu Hause ausgezogen ist, hat sie sich dazu entschlossen, eine Familienpatenschaft zu übernehmen. Ihr war es wichtig, dass die Familie in der Nachbarschaft lebt und sich das Ehrenamt gut mit ihrer Arbeit verbinden lässt. Dieser Wunsch entspricht auch der Idee des Projekts, Familien niedrigschwellige, nachbarschaftliche Hilfe zukommen zu lassen. Gerade nach dem Spielplatzbesuch ist Frau Schmidt eine große Hilfe, da es sonst immer beide Elternteile braucht, um den schweren Wagen und die Kinder nach oben zu tragen. Durch Frau Schmidts Hilfe, kann Frau Soldanski mit den Kindern etwas draußen unternehmen, auch wenn ihr Mann arbeitet. Manchmal kommt Frau Schmidt auch nach der Arbeit zu der Familie und hilft beim Fertigmachen und Zubettbringen der Kinder. Für sie war es ein besonders schöner Moment als Patin, als sie feststellte, dass sie die Mädchen nach den ersten Treffen wiedererkennen und langsam eine Beziehung zu ihr aufbauen.

Das Projekt „Ehrenamtliche Familienpatenschaften“, das im Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. angesiedelt ist und vom Jugendamt Tempelhof-Schöneberg unterstützt wird, richtet sich an Familien im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, die sich in einer herausfordernden Situation befinden. Dabei kann es sich um Alleinerziehende, junge Eltern, neuangekommene Familien nichtdeutscher Herkunftssprache oder Familien, in denen ein Mitglied erkrankt ist, handeln. Die Familienpatinnen und -paten sind keine Babysitter und auch keine Sozialarbeiter, sondern sie wirken unterstützend, bis die Familie wieder selbst auf den Beinen steht.

Wenn auch Sie und Ihre Familie sich Unterstützung durch eine Familienpatenschaft wünschen oder Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit als Familienpatin oder -pate haben, melden Sie sich gerne direkt bei der Projektkoordinatorin.

Kontakt:
Fabienne Diergardt,
familienpaten@nbhs.de,
(030) 85 99 51- 57
(ab 01.08.: -367)

Kontakt

Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 BerlinStandort / BVG Fahrinfo
Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 Berlin
86 87 02 76 -79Fax 86 87 02 76 -72E-Mail senden
LeitungThomas Thieme0173/4825100E-Mail senden