Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

28.03.2014

Er hatte noch so viel vor …

- aber es war ihm leider nicht vergönnt. Am 5. März 2014 ist Georg Zinner unerwartet verstorben. Seit mehr als 35 Jahren leitete er als Geschäftsführer die Geschicke des Nachbarschaftsheims Schöneberg, im Dezember 2013 ging er in den Ruhestand.

Georg Zinner

Ein „Ruhestand“ im üblichen Sinne wäre für Georg Zinner eigentlich undenkbar gewesen. Anfang des Jahres wurde er zum ehrenamtlichen Vorstandsvorsitzenden des Vereins gewählt. Als Ideengeber und Projektbegleiter für das NBH hätte seine Energie und Kreativität noch vieles  bewegen können, darauf hatte er sich auch gefreut. Wir sind sehr traurig, dass er, nun ohne Zeitdruck und Stress, die Begleitung seines Lebenswerks nicht mehr genießen kann.     

Georg Zinner hat das Nachbarschaftsheim Schöneberg zu einem der größten Sozialunternehmen Berlins entwickelt, mehr als 1200 angestellte Mitarbeiter und Honorarkräfte und ca. 1700 ehrenamtlich Engagierte sind derzeit in den zahlreichen Arbeitsbereichen des NBH tätig. Über die Jahrzehnte wuchsen unter seiner Leitung bis heute 75 sozial orientierte, strukturell durchdachte Projekte und Einrichtungen. In allen Bereichen, die Nachbarschaftsarbeit erfordert: Familie, Jugend, Senioren, Selbsthilfe, Stadtteilkulturarbeit, Sozialstationen. Insbesondere  zu erwähnen die Hospizarbeit und Hospizhäuser, auch hier waren seine Ideen dazu innovativ für Berlin.  

Georg Zinner hat die sozial-kulturelle Stadtteilarbeit bereits in den 80ern in eine strukturelle Form gebracht. In einer Zeit der politisch zwar gut gedachten, aber letztlich chaotisch verlaufenden Initiativen, fasste er in einem 8-Punkte-Programm die Grundsätze sozial-kultureller Arbeit im Stadtteil zusammen und entwickelte die dafür erforderlichen Organisationsstrukturen. Liest man diese Grundsätze heu-te, erkennt man, wie weitsichtig, ja visionär, Georg Zinner bereits vor über 30 Jahren den Aufbau einer erfolgreichen Stadtteilarbeit beschrieben hat. Und er hatte den Mut und die Kraft, sie zum Erfolg zu führen. Er war damit Wegbereiter nicht nur für unseren Stadtteil, sondern für ganz Berlin.

Als Geschäftsführer des NBH war er offen für Ideen und hatte trotz seines eng getakteten Terminkalenders immer Zeit für Gesprächsbedarf seiner  Mitarbeiter. Auch die Stadtteilzeitung wäre ohne ihn eine Idee geblieben. Der Vorschlag unseres Chefredakteurs Thomas Protz zur Gründung ei-ner Stadtteilzeitung traf bei Georg Zinner auf Interesse; Öffentlichkeitsarbeit war auch ein wichtiger Bereich der von ihm aufgestellten Grundsätze. Er sagte die Finanzierung zu und hatte den Mut, die Redaktion einfach „mal machen zu lassen“. Auch damit folgte er wieder einem seiner  Grundsätze: Seinen Mitarbeitern und Projektleitern soviel Eigenverantwortung wie möglich zu übertragen. Jeder sollte seine Ideen und Vorstellungen einbringen können. Er verlangte viel von seinen Mitarbeitern, aber er gab mit seinem Vertrauen in ihre Arbeit, seinem Verständnis für ihre Probleme und nicht zuletzt seinem humorvollen Wesen auch viel zurück.

Wir werden ihn sehr vermissen.    
Die Redaktion der Stadtteilzeitung

Kontakt

Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 BerlinStandort / BVG Fahrinfo
Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 Berlin
86 87 02 76 -79Fax 86 87 02 76 -72E-Mail senden
LeitungThomas Protz0173/4825100E-Mail senden