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25.06.2022 / Projekte und Initiativen

Entenstory aus Steglitz

Von Christine Sugg. Enten brüten mitten in Steglitz auf einer Dachterrasse? Ja, das ist kein Scherz, sondern Realität! Dass dies Schwierigkeiten mit sich bringt zeigen die folgenden Ereignisse.
Ente auf der Terrasse. Foto: Jens Scharon, NABU

Besagte Ente brütete auf einer Dachterrasse in Steglitz. Als die fünf Entenküken geschlüpft waren, wollte die Mutter mit ihnen möglichst schnell Richtung Wasser. Sie flog auf den Gehweg und schnatterte, um ihre Kinder zu animieren ihr nach zu kommen. Die fünf Küken purzelten jedoch nacheinander vom 5. Stock auf den Gehweg, Gott sei Dank ohne sich zu verletzen … Jedoch lauerte nicht weit eine Krähe … die Entenmutter wollte ihre Jungen schützen und flüchtete unter ein geparktes Auto. Die Kleinen watschelten hinterher, unglücklicherweise purzelten sie dabei nacheinande in einen Gulli unter dem Auto. Einige Anwohner hatten das Schauspiel beobachtet und überlegten, wie es für die Entenfamilie weitergehen könnte? Schnell war die Besitzerin des geparkten Autos ausfindig gemacht worden. Sie kam und konnte das Auto so fortbewegen, dass die Entenfamilie nicht zu Schaden kam. Ein gut durchtrainierter Mann schaffte es mühsam den Deckel des Gulli abzuheben. Derweil hatte seine Frau aus verschiedenen Küchenutensilien eine Art Kescher zusammengebaut. Mithilfe dieses Utensils konnten die fünf Küken aus dem Gulli gefischt werden. Die Entenmutter war natürlich die ganze Zeit über total aufgeregt. Überall lauerten ja auch Gefahren für ihre Familie! Ein anderer Anwohner brachte einen Karton und setzte die Küken hinein. So waren sie gut geschützt. Anschließend lief er mit dem Karton Richtung Teich im nahe gelegenen Park. Die Entenmutter watschelte dem Retter hinterher. Sie hörte immer die Geräusche ihrer Jungen und diese wiederum hörten ihr Geschnatter … so waren beide Seiten beruhigt! Dann kam „die Prozession“ am Teich an. Dort wohnten jedoch bereits andere Enten, die den neuen Zuwachs überhaupt nicht wollten. Die Entenmama und ihre Küken wurden sozusagen gemobbt und hatten es schwer dort anzukommen. Am nächsten Tag waren von den fünf Küken nur noch zwei übrig. Der Reiher … die Krähen … man weiß es nicht, denn die Natur ist leider gnadenlos …

Laut dem Steglitzer Entenflüsterer Kay Fischer ist es überhaupt nicht ungewöhnlich, dass Enten auf Balkonen, Terrassen, Flachdächern oder Höfen in der Stadt nisten. Da Enten Bodenbrüter sind, ist es ihnen im Park oder am See durch uns Menschen manchmal zu laut und unruhig zum Brüten. Sie ziehen es dann vor, sich einen geschützten und ruhigen Nistplatz zu suchen. Und zwar am Wohnort der „störenden“ Menschen, unweit des heimatlichen Gewässers der Ente. Balkone und Terrassen werden im Frühling noch nicht häufig genutzt und bieten von daher mehr Ruhe als der Park. Nach ihrer Geburt müssen die Entenküken innerhalb von 24- 48 Stunden am oder im Wasser sein sonst sterben sie. Da die Küken noch nicht fliegen können, ist es für die Anwohner nicht so einfach eine Lösung für die Entenfamilie zu finden. Dann melden sich betroffene Anwohner bei Herrn Fischer oder sie rufen das Ententaxi vom Nabu, das jedoch nicht kostenfrei ist bzw. für das  gespendet werden muss.

Wer mehr über unsere Berliner Enten wissen möchte, kann sich gerne auf der Webseite des Entenflüsterer Kay Fischer unter www.kayfischer.de informieren.

Das Ententaxi und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Nabu unter:
https://berlin.nabu.de/tiere-und-pflanzen/was-tun-wenn/ 18762.html

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