Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

2.03.2017

Else-Lasker-Schüler-Straße

Die Else-Lasker-Schüler-Straße geht vom Nollendorfplatz ab und endet als Sackgasse an der Kurfürstenstraße neben der Zwölf-Apostel-Kirche.

Foto: Assenmmacher

Ursprünglich gehörte sie zur Motzstraße. Im Hobrecht-Bebauungsplan von 1862 wurde der gesamte Straßenzug als Straße Nummer 20 ausgewiesen, 1870 bekam er den Namen Motzstraße, nach einem preußischen Finanzminister.
Im Februar 1934 wurde der östliche Teil der Straße hinter dem Nollendorfplatz in Mackensenstraße umbenannt. Mackensen war ein Offizier im ersten Weltkrieg, der später mit Hitler sympathisierte. Nach Ende des Krieges 1945 sollte diese Stück Straße eigentlich wieder in Motzstraße zurück benannt werden, aber irgendwie wurde das nie durchgesetzt.

Nachdem der Bezirk Schöneberg jedoch beschlossen hatte, Straßen nur nach Frauen zu benennen, um ein Gleichgewicht gegenüber den überwiegend nach Männern benannten Straßennamen zu herzustellen, wurde die kleine Straße am 3.Juli 1998 nach der jüdischen Schriftstellerin Else Lasker-Schüler benannt, die 1932 den Kleistpreis erhielt, einen der damals wichtigsten deutschen Literaturpreise.

Else Lasker-Schüler war eine bedeutende deutsch-jüdische Schriftstellerin. Sie gilt als herausragende Vertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus in der Literatur. Sie schrieb sowohl Dramen, „Die Wupper“ wurde 1919 im Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt, als auch Prosawerke und Gedichte. „Mein blaues Klavier“ war ihr letzter und berühmtester Gedichtband. Von 1924 bis 1933 lebte sie in der Motzstraße. Dort wohnte sie in dem heutigen Hotel Sachsenhof, bis sie 1933 erst in die Schweiz und dann nach Jerusalem emigrierte. Sie starb 1944 in Jerusalem.

Christine Bitterwolf

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