Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

28.06.2014

(Elektro)Mobilität im Alltag

Das Thema Mobilität bestimmt mehr oder weniger merklich immer und überall unseren Alltag. Damit ist einerseits die eigene Beweglichkeit gemeint, und andererseits die Möglichkeit von A nach B zu kommen.

Die Frage der Mobilität stellt somit grundsätzlich auch eine Frage von gesellschaftlicher Teilhabe dar. Welche Möglichkeiten bieten sich, um zur Arbeit zu kommen, seine sozialen Kontakten in Echt zu pflegen oder auch seine Freizeit zu gestalten?

Ein kleines Beispiel über aktuelle Entwicklungen bietet eine Kooperation des Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. mit dem Verband des TÜVs (VdTÜV). Das Nachbarschaftsheim ist eine von drei Organisationen innerhalb der Region Berlin-Brandenburg, die im Projekt "Elektromobilität für soziale Einrichtungen" die Alltagstauglichkeit von Elektromobilen erprobt. Das Projekt ist Teil des "Internationalen Schaufensters Elektromobilität Berlin-Brandenburg" und wird von der Bundesregierung sowie den Ländern Berlin und Brandenburg gefördert.

Die Elektro-Fahrzeuge vom Typ "Renault Zoe werden im täglichen Fahrdienst von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, z.B. in der ambulanten Patientenpflege, getestet. Seit dem Frühjahr steht eines der Elektroautos auch dem inklusiven Theaterprojekt des Jugend- und Familienzentrums JeverNeun in Steglitz einmal in der Woche zur Verfügung.

Die Theatergruppe besteht aus jungen Menschen mit und ohne Behinderung. Leider ist der Weg für die Schauspielerinnen und Schauspieler zur Theaterprobe nicht so einfach zu bewältigen. Neben ihrer Beeinträchtigung, die schon die Teilnahme erschwert, existieren keine guten und vor allem günstigen Unterstützungsmöglichkeiten für Transporte und Wege zu ihren Freizeitaktivitäten am Nachmittag. Umso glücklicher ist Bastian Horn, Leiter der Theatergruppe, dass er nun an jedem Mittwochnachmittag mit dem E-Auto nach Teltow und nach Zehlendorf fahren kann, um Johanna und Tobias aus ihren Werkstätten zu den Theaterproben abzuholen.

Bastian Horn war von Beginn an von der neuen, noch ungewohnten Technik angetan. „Das Auto fährt sich super gut und ist sehr griffig. Es irritiert mich aber immer noch, dass es kein Motorengeräusch gibt.“ Seit dem er mit dem E-Auto unterwegs ist, sprechen ihn viele Menschen auf das Auto an. Er versucht dann, alles zu erklären und schwärmt davon, wie gut das E-Auto als Stadtauto für die JeverNeun funktioniert.

Auch Johanna und Tobias sind begeistert und haben mittlerweile eine „echte“ Beziehung zu dem E-Mobil aufgebaut. So begrüßt Johanna das Auto, wenn sie einsteigt und auf dem Beifahrersitz sitzt, indem sie mit der Hand über das Armaturenbrett streicht und „Hallo“ sagt.

Übrigens stellt die JeverNeun und seine Partner wie die GBSt, die Ev. Lukas-Gemeinde, das Seniorenwohnheim "Domicil" und der VdTÜV, ihr nächstes Straßenfest aufgrund der gemachten Erfahrungen ganz unter das Thema „Urbane Mobilität. Das Straßenfest mit Nachbarn findet am Samstag, 6.9., von 14 bis 18 Uhr am Lauenburger Platz in Steglitz statt. Neben vielen mobilen Mitmach-Angeboten wird unter anderem Christian Gäbler, Staatssekretär Verkehr und Umwelt der Senatsverwaltung, Gast auf dem Fest sein.

Thomas Glaw
www.jeverneun.nbhs.de

Veranstaltungen

Alle Veranstaltungen der Stadtteilzeitung

Alle Veranstaltungen des Nachbarschaftsheims