Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

5.05.2013

Eine verhängnisvolle Affaire

Wahrscheinlich kennt jeder den Film mit Michael Douglas, in dem aus einer Affäre Horror wird, oder die Geschichte aus der Antike, in der Gott Apollon seine Angebetete Daphne liebestoll verfolgt.

„Stalking“ ist englisch und stammt aus der Jägersprache und heißt soviel wie „Anpirschen“. Wenn ein ehemaliger Partner sich ausgenutzt und betrogen fühlt, und dann zu illegalen Mitteln der Vergeltung greift. Illegale Mittel sind alle Mittel, die nicht rechtsstaatlich sanktioniert sind. Diese Belästigungen bestehen insbesonders in der stetigen Überwachung und Beobachtung des Opfers. Dieser Psychoterror kann auch durch Dritte (238,2 StGB) ausgeübt werden. Zunehmend sind auch die Delikte des Cyberstalkings, bei dem Intrigen im Internet gesponnen werden. Der Gesetzgeber hat hierzu ein Gesetz geschaffen, um dem Grundsatz treu zu bleiben:

Wo kein Richter, da kein Urteil – Kein Urteil ohne Anhörung der Betroffenen – und keine Strafe ohne Gesetz!

Deswegen wurde der Paragraph 238 StGB 2007 neu in das Strafgesetzbuch aufgenommen, um Stalkingopfern eine Möglichkeit zu bieten, sich vor massiven Nachstellungen rechtlich zu schützen. 2010 gab es bei der Berliner Polizei 2.153 Anzeigen wegen Nachstellung, hierbei ist zu bedenken, dass viele Opfer sich nicht trauen, die Vorfälle zur Anzeige zu bringen. 75% der Anzeigen werden eingestellt. 80% der Stalker waren männlich und ca. 80 % kannten ihr Opfer. In 50% der Fälle handelte es sich um Expartner. Die TU Darmstadt kategorisiert in Ihrer Tätertypologie 5 Haupttypen:

-    als größte Gruppe der zurückgewiesene Stalker
-    der „verehrende“ beziehungssuchende Stalker
-    der „vergeltende“ rachsüchtige Stalker
-    der kranke psychopathische Stalker
-    der gewaltbereite attackierende Stalker

Das Ziel des Stalkers ist es, Macht und Kontrolle über sein Opfer zu erlangen, dies kann von einfacher Kontaktaufnahme bis hin zu subtilem Psychoterror gehen.  Das Programm der Polizeilichen Kriminalprävention erwähnt, dass Opfer in ihren Leben massiv beeinträchtigt werden und dies häufig zu schweren Traumata führt. Hier wird auch empfohlen, wie man sich gegen Stalking wehren kann. Hierzu gehören konsequentes Kappen der Kommunikationskanäle, aktives Vermeiden persönlicher Begegnungen, Einschalten der Polizei, Umzug. Hilfreich sind auch folgende Websites:

www.deutsche-stalkingopferhilfe.de, die kostenlose Seminare für Opfer anbietet
www.stalkingforschung.de der Uni Darmstadt
www.weisser-ring.de
www.frauen-gegen-gewalt.de
Hilfe für Stalker selbst bietet KUB e.V. Stop Stalking in der Albrechtstraße 7, 12165 Berlin-Steglitz

Am 17.04.2013 fand im Roten Rathaus der Fachtag „Stop Stalking“ unter Leitung von Herrn Ortiz–Müller, mit dem Ziel ein Netzwerk gegen Stalking zu knüpfen, statt. Hier wurde im wesentlichen über eine integrierte Täter-/Opferberatung berichtet. Opfer und Täter werden jedoch zeitlich getrennt beraten.
Herr Weber, der Opferbeauftragte des Landes Berlin, wies darauf hin, das hinter den oben genannten Zahlen Einzelschicksale stehen, und aufwendige Kosten (Rechtsanwälte, Therapeuten, Justizkosten etc.) pro Fall produziert werden. Es ist daher sinnvoll in einem frühen Stadium des Stalkings beiden Seiten rechtzeitig Hilfe anzubieten. Diese Hilfe kann im Rahmen der Beratung die Unterzeichnung einer Schutzerklärung vom Täter an das Opfer sein. Die Beratung in Steglitz (ph: 030.39790898) ist kostenlos.

„Erst wenn der Täter aufhört, ist das Opfer nachhaltig geschützt!“

Thomas Geisler

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