Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

29.01.2014

Eine Muh, eine Mäh, eine Täterätätä …

Heiligabend 2013, 16.00 Uhr: Mehrere hundert Menschen haben sich auf dem Vorplatz des Rathauses Schönebergs zum gemeinsamen Singen von Weihnachtsliedern versammelt.

Foto: Hartmut Ulrich

Die Bürgermeisterin Angelika Schöttler spricht einleitende Worte, und dann setzt die „Singgemeinde“ mit „Es ist ein Ros´ entsprungen“ und „Süßer die Glocken nie klingen“ ein. Das „Schöneberger Blechbläserensemble“ von der Leo Kestenberg Musikschule, angeführt von Maestro Egbert Nass mit seinem Horn, bildet die musikalische Grundgewalt. Die Opersängerin Nastassja Nass begleitet die „Fangemeinde“ mit ihrer kraftvollen Stimme.

Jeder singt mit, die meisten halten ein Textheft in den Händen oder schauen dem Vordermann/ der Vorderfrau über die Schulter. Das Singen verbindet, die Stimmung ist melancholisch-euphorisch-friedlich. Die Dame vor uns, in deren Textheft wir hineinschauen dürfen, kommt schon 20 Jahre hierher. Das Singen vor dem Rathaus ist für sie zur Tradition geworden. „Eine Alternative zur Kirche“, findet sie, obwohl die hier dargebotenen Weihnachtsklassiker mit ihrem gemächlich-besinnlichen Tempo und den zumeist christlichen Inhalten die Wurzeln dieses Festes nicht verhehlen wollen.

Deutsche Weihnachtslieder sind ja nicht allzu fröhlich, auch wenn es heißt „O du fröhliche“. Da klingen viele der englischsprachigen sehr viel beschwingter (Jingle Bells, Rudolph the Red-Nosed Reindeer). Doch auch im deutschen Weihnachtsliedgut findet sich ein flottes, lustiges  Lied aus dem Jahr 1914 von dem Berliner Musiker „Fritze Bollmann“. Und dieses beschwingte Liedchen (die meisten kennen nur den Refrain) wird auch vor dem Rathaus geschmettert, verbreitet gute Laune und bleibt viele Stunden ein Ohrwurm: „Eine Muh, eine Mäh, eine Täterätätä, Eine Tute, eine Rute. Eine Hop, hop, hop, hop Eine Dideldadeldum. Eine Wau, wau, wau Ratadschingderattabum“

Am Schluss aber kehren wir doch wieder zum Ernst zurück, und es erklingt das beliebteste deutsche Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“, begleitet von der Freiheitsglocke, deren markantes, völkerverbindendes Läuten über die Dächer von Schöneberg getragen wird.

Es ist ein Erlebnis der besonderen Art zur gemeinsamen Besinnung. Und das gegenseitige Hände-schütteln mit dem Wunsch „Frohe Weihnachten“ verbindet die einander fremden Menschen vor dem Rathaus für kurze Zeit tatsächlich.

Dank an alle Beteiligten, die dieses Traditionserlebnis jedes Jahr ermöglichen. In diesem Jahr, am Heiligen Abend, sehen wir uns pünktlich um 16.00 Uhr an gleicher Stelle wieder. Wir erinnern rechtzeitig daran.

Hartmut Ulrich

Kontakt

Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 BerlinStandort / BVG Fahrinfo
Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 Berlin
86 87 02 76 -79Fax 86 87 02 76 -72E-Mail senden
LeitungThomas Thieme0173/4825100E-Mail senden