Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

4.12.2017

Ein gewisser Charles Spencer Chaplin

Wer kennt ihn nicht, den kleinen Mann mit dem zerknautschten Hut und den verbeulten Hosen, der Stöckchen schwingend durch die Gegend wackelt?

Wolfgang Bahro als Charlie Chaplin. Foto: DERDEHMEL/Urbschat

Geboren 1889 in London, ist er unter ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und hat es auf Platz 10 der größten amerikanischen Filmlegenden geschafft, hat als Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Komponist, vor allem aber als Komiker gearbeitet und starb als Milliardär. Seine Eltern waren Sänger, die Mutter auch Tänzerin, der Vater Entertainer, und Charlie stand schon als Fünfjähriger auf der Bühne. Weltberühmt aber wurde er durch seine Filme wie Moderne Zeiten, Lichter der Großstadt, Der Große Diktator, Goldrausch, The Kid, die auch heute noch immer mal wieder aufgeführt werden. So habe auch ich ihn kennengelernt, als Tramp, als herunter gekommenen Vagabunden, als Witzfigur. Ich mochte ihn nicht, wie viele Kinder konnte ich alberne Looser nicht ausstehen, und auch heute gehört er nicht zu meinen Favoriten, obwohl ich inzwischen mehr Verständnis für seinen hintergründigen Humor aufbringe.
Im Schloßpark-Theater kann man jetzt mehr über den Menschen Charles Spencer Chaplin, Sir Charles Spencer Chaplin, erfahren. Der französische Autor Daniel Colas breitet das Leben des Künstlers in einer Art Bilderbogen aus, der sechs Jahrzehnte umfasst, um den Menschen Charles Chaplin ohne Kostüm und Rolle vorzustellen. „Er schafft einen Helden zum Anfassen: Einen Menschen, der seine Familie liebt. Einen Mann, der glasklar weiß, wie er sein Publikum zu Jubelstürmen hinreißen und seine Medienpräsenz für politische Zwecke einsetzen kann“, heißt es im Programm.
Charlie Chaplin wird als widersprüchliche Figur dargestellt, als junger Mann, der seinen Weg sucht und erste Erfolge als Komiker und Pantomime feiert, als erfolgreicher Geschäftsmann mit eigener Filmproduktion in Amerika, mit Höhepunkten und Abstürzen in seiner Karriere;  als politischer Mensch, der in der McCarthy-Ära in Schwierigkeiten gerät. Wir erfahren etwas über sein Privat-  und Familienleben und begleiten ihn bis in seine letzten Tage. Ein interessantes, unterhaltsames Stück, in dem man vieles über Charlie Chaplin, sein Leben und über die Ereignisse im späten 19. und im 20. Jahrhundert erfährt.
Neben Wolfgang Bahro als Charlie Chaplin sehen wir Brigitte Grothuim als Chaplins Mutter, Elinor Eidt u.a. als seine Frau Oona, Judith Wegner u.a. als Paulette Goddard, wobei das u.a. darauf hinweisen soll, dass einige Schauspieler mehrere Rollen spielen, und Karsten Kramer als Charlie Chaplins Bruder Sidney. Übersetzt wurde das Stück übrigens von Dieter Hallervorden, Regie führte Rüdiger Wandel.

Sigrid Wiegand

Schloßpark Theater
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