Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

2.03.2021

Ehrenamt mit Herz

Von Christine Bitterwolf. Der Lockdown wegen der Corona-Pandemie trifft nicht nur alle berufstätigen Arbeitnehmer und Schüler. Viele Geschäfte haben zu, viele Arbeitnehmer stehen in Kurzarbeit oder arbeiten im Home-Office, viele Freiberufler kämpfen um ihre Existenz. Abgesehen vom Lebensnotwendigen geht nichts mehr. Das trifft auch die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren.

Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler präsentiert die neue Ehrenamtsbroschüre. Foto: Pressestelle TS

Egal aus welchen Gründen sie sich unbezahlt einsetzen, weil sie Zeit haben und etwas Sinnvolles tun wollen, weil sie anderen Menschen helfen wollen, weil sie ein besonderes Interessensgebiet vertiefen wollen, weil sie sich aus dieser Arbeit später einen Vorteil versprechen oder auch, weil sie mit einer evtl. gezahlten kleinen Aufwandsentschädigung ihr geringes Einkommen aufbessern wollen. Zurzeit geht auch hier so gut wie nichts mehr.

Damit sind natürlich nicht diejenigen gemeint, die in diesen infektiösen Zeiten ihren Nachbarn oder den Senioren im Bekanntenkreis spontan helfen. Aber gerade diese Menschen haben bei der Gelegenheit vielleicht festgestellt, wie gut es auch für das eigene Ego ist, anderen Gutes zu tun.

Wer daran glaubt, dass sich das Leben bald wieder normalisieren wird, kann sich bereits in der aktuellen Broschüre des Bezirksamtes Schöneberg-Tempelhof informieren, was es in Zukunft für ehrenamtliche Möglichkeiten geben wird. Dies kleine Buch ist in allen Bürgerämtern des Bezirkes sowie beim Ehrenamtsbüro im Rathaus Schöneberg und der Seniorenvertretung im Rathaus Tempelhof erhältlich. Zudem steht die Broschüre auf der Internetseite des Ehrenamtsbüros als Download zur Verfügung.

Im Januar stellte die Bezirksbürgermeisterin das neue Heft „Engagement mit Herz“ vor. Hier sind alle Möglichkeiten für ehrenamtliche Arbeiten aufgelistet. Und das Besondere ist diesmal, dass sich das Herz im Inhalt wiederfindet, denn mit dem Herzen sind alle Organisationen gekennzeichnet, die Tätigkeiten anbieten, die sich kontaktfrei oder wenigstens kontaktarm ausüben lassen. Das ist natürlich im Augenblick besonders bemerkenswert und animiert vielleicht diejenigen, die jetzt gleich eine Aufgabe suchen.
Unter der bunten Vielfalt an Vereinen und Institutionen gibt es mindestens 10 Gruppen, die solche Tätigkeiten anbieten.  Da kann man bei Organisations- und Verwaltungsarbeiten unterstützen oder auch telefonische Kontakte anbieten, wie z. B. beim Verein „Freunde alter Menschen“. Beim Deutschen Roten Kreuz müssen Kleiderspenden sortiert werden. Auch beim Deutschen Guttempler Orden, der für Menschen mit Suchtproblemen da ist, kann kontaktarm mitgearbeitet werden. Solche Arbeiten bietet auch die „Gaslicht-Kultur“. Es ist einfach interessant zu sehen, wo man sich ehrenamtlich überall engagieren kann.

Aber auch im Nachbarschaftsheim Schöneberg gibt es viele ehrenamtliche Helfer mit Herz. Die Institution beschäftigt über 1.600 Ehrenamtliche in verschiedenen sozialen und kulturellen Bereichen. Die Arbeiten sind zwar inzwischen auch fast alle  stark eingeschränkt, aber viele Mitarbeiter versuchen, ihren Aufgaben in anderer Form weiter nachzukommen.
Gerade im Bereich der Familienhilfe und der Besuchsdienste werden die intensiven Kontakte entweder online oder mit Briefen und Telefongesprächen aufrecht erhalten.
Das „Theater der Erfahrungen“ nutzt die kontaktfreie Zeit beispielsweise, um neue Texte zu schreiben, und mittlerweile werden sogar wieder Proben abgehalten. Dafür treffen sich kleine Gruppen im virtuellen Raum, d.h. es gibt Theaterproben per Videokonferenz.
Auch diese Stadteilzeitung entsteht zur Zeit fast ohne persönliche Kontakte. Die regelmäßigen Redaktionssitzungen werden per Telefonkonferenz abgehalten, und die Interviews mit den Gesprächspartnern zu aktuellen Informationen werden ebenfalls, von einigen spontanen Ausnahmen abgesehen, telefonisch geführt.
Sogar die Leute vom Technik-C@fé, die normalerweise mit älteren Nachbarn und Menschen mit Migrationshintergrund zusammensitzen und ihnen den Umgang mit Smartphon, Tablett und Co erklären, sind inzwischen  telefonisch und online erreichbar. Sie helfen so, aktuelle Probleme im Umgang mit der IT-Technik zu lösen.

Wenn sich auch diese neue kontaktfreie ehrenamtliche Hilfe inzwischen an vielen Stellen gut eingespielt hat, so möchte gerade das Nachbarschaftsheim nicht speziell Tätigkeiten ohne Kontakte anbieten, denn dies sollte tatsächlich nur eine Übergangslösung sein. Später, nach dem Lockdown, sollten alle Ehrenamtlichen wieder bereit sein, mit ganz viel menschlichem Einsatz zu helfen und sich mit persönlichem Kontakt zu engagieren.

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