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17.10.2016

Doris Day – Day by Day

Ein Musicaldrama von Rainer Lewandowski

Angelika Milster als Doris Day. Foto: DERDEHMEL/Urbschat

Um es gleich vorweg zu sagen: ich bin kein Fan von Musicals, auch nicht von Doris Day, es hat mich hierhin verschlagen. Ein glänzendes Premierenpublikum, viel Prominenz aus Bühne und Politik, sogar Klaus Wowereit ist da. Ich bin beeindruckt. Und dann kommt Angelika Milster auf die Bühne – der erste rauschende Beifall. Als die mittlerweile über neunzigjährige Doris Day beginnt sie uns ihr Leben zu erzählen, spielt die junge und die alte Diva. Der Autor Rainer Lewandowski beschreibt in seinem Stück sowohl die bekannte Künstlerin, ihren Werdegang und ihre Erfolge als Sängerin und Schauspielerin in Hollywood, als auch ihren privaten Lebensweg, die schwere Kindheit, den Traum, Tänzerin zu werden, dem ein schwerer Unfall ein Ende bereitet, die Mutter, die unterstützt und puscht, den Vater, der die Familie verlässt, die unglücklichen Ehen.

Im Hintergrund eine Live-Band, vier Musiker (Flügel/Posaune, Gitarre, Bass und Schlagzeug), die die Erzählungen der Künstlerin musikalisch begleiten. Verschiedene Schauspieler geben alternierend den einen oder anderen Ehemann, den Sohn, den Vater, den Arzt, gar Alfred Hitchcock und andere, Nini Stadlmann die Mutter, die Freundin und die weiteren weiblichen Rollen, und sie alle illustrieren Angelika Milsters Erzählung von Doris Days Lebensweg. Es entsteht ein lebendiges Bild von Doris Days nicht immer leichtem Leben, von Erfolgen und Rückschlägen, Freuden und Krankheiten. Es war offenbar gar nicht so glamourös, wie man sich das bei einer so erfolgreichen Künstlerin vorstellen mag.
Passend zu den jeweiligen Lebensstationen bringt Angelika Milster die bekannten Songs von Doris Day zu Gehör: zum Drama das Musical – ein Musicaldrama. Von Anfang an beherrscht sie die Bühne, füllt sie aus mit ihrem Gesang und ihrer Schauspielkunst, zieht das Publikum in ihren Bann und reißt es mit, auch mich, den Musicalmuffel. Zum Schluss gibt’s standing ovations, und ein gut gelauntes Publikum singt begeistert und lautstark mit: „Que sera, sera“... (Ich nicht, ich schwör's!) Ein unterhaltsamer, lebendiger Abend. Das Stück bleibt noch bis zum nächsten Jahr im Spielplan.

Sigrid Wiegand

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