Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

5.05.2013

Die serbisch orthodoxe Kirche in Tempelhof

Ich möchte in dieser neuen Reihe der Stadtteilzeitung nicht über die Verschiedenheit der Konfessionen, der Gottesdienste, der Rituale der verschiedenen Kirchen und des Glaubens schreiben, sondern über einzelne Menschen, die in diesen verschiedenen Kirchen arbeiten, leben und viel Gutes in ihrer Gemeinde tun.

Priester Dragan Sekulic, Foto: Axel de Roche

Es geht also um Christen, katholisch, evangelisch wie orthodox, Juden und Moslems. Beschreiben möchte ich Ihnen, liebe Leser, Priester, Pfarrer und Vorstände der verschiedenen Glaubensrichtungen in unserem Kiez

Beginnen will ich heute mit dem serbisch orthodoxen Priester Dragan Sekulic. Er ist einer von vier Priestern der Gemeinde in der Holzmannstrasse in Tempelhof.

Herr Sekulic ist Priester der serbisch orthodoxen Kirche. Seit 1990 lebt er in Berlin und ist seit 2008 der verantwortliche Priester in Tempelhof, er ist verheiratet, hat 4 Kinder. Er betreut eine Gemeinde von rund 8000 Serben. Man schätzt, dass es in Berlin fast 150.000 Orthodoxe Gläubige gibt, die sich aus den verschiedenen Völkern wie Russen, Serben, Rumänen, Griechen und andere Volksgruppen zusammensetzen. Die stärkste Gruppe ist sicher die russische Gemeinde. Die Kirche für die Serben in Tempelhof gibt es seit 2008.

Hat ein christlich serbisch orthodoxer Priester eigentlich etwas anderes zu tun als seine deutschen „Kollegen? Ja und nein muss man sagen. Er hat sicher auch Aufgaben, die deutschen Kollegen auch kennen, als da sind Krankenhaus Besuche, Religion Unterricht, Gefängnis-Besuche und Bestattungen, wobei es nur einen Friedhof für die serbisch orthodoxen Christen gibt und der ist in Reinickendorf. 98 % der serbisch orthodoxen lebt übrigens in dem früher sogenannten Westberlin.  
Was sicher völlig anders ist, sind die Gottesdienste in Wohnungen. Der Priester geht in diesem Fall nicht zu Kranken und Gebrechlichen, die es sicher auch gibt, sondern er geht an bestimmten Tagen in die Wohnungen, weil jede Familie einen Schutzpatron hat und dem Schutzpatron zu Ehren gibt es einen Gottesdienst. Der Schutzpatron jeder Familie hat einen Namen, den die Familie meist schon seit Generationen hat. Vielleicht kann man es mit dem Namenstag vergleichen.

Der Priester hilft auch oft und gern bei bürokratischen Schwierigkeiten, wenn die Bürger mit Formularen nicht zu Recht kommen. Auch bei Konflikten innerhalb der Familie wird er gerufen, um zu schlichten.
Die Gemeinde besteht aus meist jüngeren Menschen, da die Älteren oft wieder zurück in ihre Heimat gehen. Die Jüngeren wollen lieber in Berlin bleiben.

Die Gemeinde in Tempelhof hat einen sehr engen Zusammenhalt, feiert oft und gern, ist aber auch sehr gläubig und besucht ihre schöne Kirche gern und oft. Die Gemeinde hat diese Kirche in Tempelhof von der evangelischen Kirche 2008 gekauft. Es gibt also hier keinen Besucherrückgang. Ganz im Gegenteil. Die Gottesdienste in Tempelhof werden immer von 200–300 Menschen besucht. An hohen Feiertagen werden es sogar bis zu 4000 Menschen. Selbstverständlich hat auch diese Gemeinde einen eigenen Chor. Die Gläubigen  müssen übrigens keine Kirchensteuer bezahlen und die Kirche lebt von Spenden und Verkäufen von Kerzen, Büchern und anderen Dingen, die man als Gläubiger gern hat.

Herr Sekulic organisiert auch Reisen nach Jerusalem und zum heiligen Berg in Athos / Griechenland. Auch Nichtorthorthodoxe können gern am Gottesdienst in der Holzmannstraße 34 in Tempelhof teilnehmen.

Axel de Roche

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