Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

6.12.2017

Die Rose blüht noch

Wie viele Kleingewerbebetriebe im Kiez ich schon vorgestellt habe, weiß ich nicht mehr genau. Jedoch habe ich im Laufe der Jahre leider immer mal wieder betrübt feststellen müssen, dass sie kurz über lang einfach wieder verschwunden waren.

Rosemarie Schubert im Rose of Fame. Foto: Elfie Hartmann

Wie viel Leid, Enttäuschung, Desillusion, finanzielle Einbuße und manches Mal sicher auch der völlige Ruin standen wohl dahinter, so frage ich mich dann.
Umso mehr freut es  mich, über Rosemarie Schubert Blum berichten zu können, die ihren Laden nun bereits im zehnten Jahr betreibt. Sie würde damit ja  „nicht unbedingt reich“, so erzählt sie, ist jedoch nach eigenem Bekunden schlicht zufrieden mit ihrem Geschäft, mit ihrem Leben. Wer kann das schon von sich behaupten?

Ja, sie sei inzwischen so etwas wie eine Institution innerhalb des Kiezes und sogar weit darüber hinaus geworden. Auch meine Wahrnehmung war sogleich, dass sich hier sichtbar bewahrheitet, was Durchhaltevermögen, Mut zum Risiko und Zuversicht bedeuten können.
Überwiegend kauft und verkauft „die Rosi“ antiken (Mode-) schmuck, Kleidung und Accessoires aus den Jahren 1840 bis1970. Prominente Kunden, daneben die  Stammkundschaft sowie mittlerweile ihr Bekanntheitsgrad bestätigten sie in ihrem Konzept. Sie strahlt, wenn sie in ihrem kleinen Laden steht. Und geht möglichst auf jeden Wunsch ein, findet meistens auch, was den Wunschvorstellungen eines Kunden entspricht. Den Verleih von antiker Garderobe hätte sie größtenteils eingestellt, suche dafür nur noch sehr verlässliche Kunden aus, handverlesen sozusagen. Zuviel sei ihr schon verschmutzt oder reparaturbedürftig zurück gegeben worden. Das rechne sich natürlich nicht.
Während meines Aufenthaltes kam ein älterer Mann herein, um eine Kristallschale anzubieten. Selbige stellte sich als einfaches Pressglas heraus und zwar innerhalb von Sekunden, denn: „ ...ich habe 1 A Fachkenntnisse inzwischen“, so die souverän lächelnde Inhaberin, die ohne weiteres auch schon mal mit der berühmten Coco Chanel verglichen werden kann.

Auf Kunst- und Trödelmärkten stehe sie schon länger nicht mehr, das eigene Geschäft mit Antikem sei ihr Lebenstraum gewesen. Noch immer suche sie unermüdlich weiterhin nach kleinen Kostbarkeiten, sei in ihrer Freizeit unterwegs und öffne aus diesem Grunde nur noch an vier Tagen in der Woche. Eine Frau, die es geschafft hat, ihre Passion zur Lebensaufgabe erwachsen zu lassen. Das ist doch mal eine gute Nachricht, die beweist: Es gibt sie ja doch noch, die kleinen Erfolgsgeschichten in Sachen „Mut zum Risiko“. Glückwunsch dazu.
Die „Rose of fame“ macht ihrem Namen alle Ehre. Dazu passt so treffend ein Zitat von Tommaso Campanella: Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum.

Elfie Hartmann

Rose of fame
An- Verkauf Verleih
Kolonnenstraße 2, 10827 Berlin
Inh. Rosemarie Schubert Blum
roseoffame@yahoo.com
Tel. 0172 39 68 189
Öffnungszeiten: Dienstag-Freitag  13-19.00 Uhr

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