Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

29.02.2016

Die Heilsarmee - im sozialen Dienst unterwegs

Als evangelische Freikirche mit ausgeprägtem sozialen Gewissen wurde die Heilsarmee in der Mitte des 19. Jhd. von dem Methodistenprediger William Booth in den Slums des Londoner East End gegründet.

Sarah Felicitas Samura

Anliegen war es, sozial schwache Mitmenschen und Randgruppen durch den Glauben an die Bibel zu festigen und konkret zu unterstützen. Im Gespräch mit den Kapitänen der Heilsarmee Berlin Südwest, Anni und Matthias Lindner, erfuhr ich, dass der soziale Bedarf auch heute vorrangig ist. Seit Ende September organisiert die Heilsarmee, in Absprache mit dem LAGESO, eine regelmäßige Teeausgabe vor der Erstaufnahmestelle des LAGESO. In Wechselschichten vergeben um die 18 freiwillige Helfer an Stoßzeiten bis zu 150 Liter Warmgetränke pro Tag. Besonders in den frühen Morgenstunden kommt die Kälte, da helfen auch beheizte Zelte nicht, so Matthias Lindner, der oft selber vor Ort ist. Die Erschöpfung der Neuangekommenen ist deutlich spürbar.

In ersten Gesprächen mit den Menschen zeige sich, wie groß deren Begeisterung für die deutsche Sprache ist. Als Gründungsmitglied von "Friedenau hilft" möchte die Freikirche ihre vorhandenen Ressourcen einbringen und beispielsweise Kinderbetreuung und Nachhilfe für Flüchtlingskinder anbieten. Räume, Spielsachen und Hüpfburg sind vorhanden. Derzeit bietet die Heilsarmee in Abständen den Geflüchteten, die in der Teskeschule untergekommen sind, ihren Saal für Kochtreffen an. Die Gemeinde ist auch Gründungsmitglied des Vereins "Gemeinsam gegen Menschenhandel" und engagiert sich gegen Zwangsprostitution, Arbeitsausbeutung und Organhandel. Der von der Gemeinde organisierte Marsch gegen Menschenhandel über die Schloß- und Rheinstraße im Oktober des vergangenen Jahres sollte auf dieses Problem aufmerksam machen. Fester Bestandteil der Heilsarmee ist die aufsuchende Arbeit und Essensausgabe an Obdachlose (sprich: Einsatzwagen) am Kottbusser Tor, Ostbahnhof und Alexanderplatz. Auch gibt es eine Wärmestube im Prenzlauer Berg. Grundsätzlich bietet die hiesige Heilsarmee, deren Friedenauer Gemeinde aus über 80 Mitbürgern besteht, verschiedene Angebote, wie das regelmäßige Eltern-Café, welches bevorzugt von den Familien der benachbarten Kita, aber auch von Alleinerziehenden, genutzt wird, und eine Familienwerkstatt als Forum des Austauschs an. Männerkreise, Frauenstunden, Bibelgespräche und mehrere Kindergruppen, sowie die regelmäßigen Gottesdienste sind fester Bestandteil des Gemeindelebens, in dem beide Geschlechter gleichberechtigt dastehen. Anni Linder, Pastorin der Gemeinde, ist momentan noch in Elternzeit und berichtete, dass die weltweit tätige Organisation sogar schon von einer Generalin geleitet wurde.

Heilsarmee Süd West
Fregestr. 12
12159 Berlin-Friedenau

Sarah Felicitas Samura

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