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26.05.2022 / Orte und Plätze

Der Maler und Grafiker Kurt Losch

Von Thomas Thieme. 1887 gründet Vater Reinhold Losch die Firma Seifen-Losch. Er handelt mit Waschmitteln und branchenverwandten Artikeln. In seinen Läden bietet er Plättrollen zur entgeltlichen Benutzung an, riesige Holzgestelle mit Kästen, die mit Felssteinen gefüllt sind und mit denen die Hausfrauen plätteten.
Motiv aus einem Kalenderblatt „Berliner Stadtleben in der Belle Epoque“

Die Firma wächst. Zwischen den Weltkriegen existieren 85 Geschäfte in und um Berlin, darunter 7 Filialen in Schöneberg (Kolonnenstr. 22, Tempelhofer Str. 22, Sedanstr. 73, Akazienstr. 9, Martin-Luther-Str. 93, Stenzelstr. 4 und Dominicusstr. 35).

Im Gründungsjahr der Firma heiratet Reinold Losch Emma Seebald, aus der Ehe gehen 3 Söhne hervor. Der mittlere, Kurt Losch (1889-1944) studiert Malerei 1911-1913 in Königsberg und 1913-1914 in Berlin. Er nimmt sich in der Firma Seifen-Losch der anfallenden Gestaltungsarbeiten für Werbemarken, Verpackungsmaterialien, Etiketten, Firmenlogos und dergleichen an. Hauptberuflich ist Kurt Losch als akademischer Maler tätig. Seine Werke, gemalt in Öl, als Aquarelle, Radierungen und Kreidezeichnungen zeigen vornehmlich Landschaften, Berlin-Ansichten und Porträts. Losch erstellt zum 700jährigen Stadtjubiläum von Berlin 1937 im Auftrage des damaligen Berliner Magistrats eine Kunstmappe mit 6 Radierungen historischer Berlin-Motive und mit dem Stadtwappen in einer Auflage von 70 Stück. Die Mappen werden als Ehrengaben an verdiente Persönlichkeiten vergeben. 1982 erscheint davon eine 2. Auflage von 150 Stück.

Von 1935 bis zu seinem Tod 1944 wohnt Kurt Losch in der Meraner Straße 12 in Schöneberg. Er stirbt an der seltenen Hautkrankheit Sklerodermie. Er wird im Familiengrab auf dem alten Luisenstadt-Kirchhof am Südstern in Berlin-Kreuzberg beigesetzt. Die Witwe Ursula Losch heiratet 1945 den Schriftsteller Rudolf Ditzen, besser bekannt als Hans Fallada (1893–1947).

Im April diesen Jahres ist ein Kunst-Kalender für das Jahr 2023 mit Bildern von Kurt Losch erschienen. „Berliner Stadtleben in der Belle Époque“ betitelt der Herausgeber Joachim Artz den Kalender. Joachim Artz ist der Ehemann von Irene Artz, geb. Losch, der Inhaberin der letzten drei Parfümerien Losch und Tochter von Ewald Losch, einem Bruder von Kurt Losch. Die Bilder im Kalender zeigen Motive wie den Schlepperhafen an der Fischerbrücke, einen Blick auf das Berliner Stadtschloss, den "Alten Fritz" Unter den Linden oder das Brandenburger Tor. Wer Interesse hat, einen solchen Kalender zu erwerben, richtet seine Bestellung bitte an das Kurt-Losch-Archiv, c/o Joachim Artz, Marie-Vögtlin-Weg 4 in 12205 Berlin-Lichterfelde. Der Kunst-Kalender ist im Eigenverlag erschienen und kostet 12 Euro inkl. Versandkosten. Der Verleger verspricht prompte Lieferung gegen Rechnung.

Weitere Informationen zu Kurt Losch im Internet unter www.kurt-losch.de

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