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23.08.2011 / Projekte und Initiativen

Der fremde Sport: Heute: JUGGER

Sport ist doch für fast jedermann, wenn man doch die Sportarten nur kennen würde. Viele kennt man ja, aber kennen Sie Jugger, Slackline, Parkour, Blackminton, Basejumping, Houserunning oder Kubb?
Gepflegter Kampf mit Schaumstoffkeulen. Foto: Andreas Naurath

Wenn man die Namen ließt, kann man sich ja vielleicht unter dem Einen oder dem Anderen etwas vorstellen, aber einige sind echt „Böhmische Dörfer“. Ich werde versuchen, Ihnen diese Sportarten näher zu bringen und zu erklären. In jeder STADTTEILZEITUNG ein neuer fremder Sport. Manche sind für Alt und Jung, manche sind nur für die Jüngeren, aber neugierig sollen sie alle machen.

Ich mache Sie heute neugierig auf JUGGER. Nie gehört ? Vielleicht waren Sie zufällig 1989 im Kino. Bestimmt waren Sie im Kino, denn es war ein schlechter Sommer. Ob Sie allerdings auch den Film „die Jugger – Kampf der Besten“ gesehen haben, weiss ich nicht. Ein Film aus Australien von David Webb Peoples. Ich habe ihn nicht gesehen, obwohl ich oft ins Kino gehe. Macht ja nichts. Dieser Film diente jedenfalls als Inspiration für die Sportart JUGGER. Der Film soll  brutal gewesen sein. Das hiesige JUGGER ist harmlos.

Wie das geht, wollen Sie wissen?
Hier die Kurzbeschreibung des Spiels. Gespielt wird auf einem Spielfeld, ca 20 x 40 Meter. Also Park, Strand oder das Tempelhofer Feld, wo zufällig auch die letzten Meisterschaften  statt fanden, ist ideal.

Eine Mannschaft besteht aus 8 Spielern, 5 im Feld, 3 auf der Bank. Zwei Mannschaften spielen gegeneinander. Jede Mannschaft hat ein „Tor“, ein sog. MAL zu schützen. Der Spielball, genannt JUGG, ist ein nachgebauter Hundeschädel aus Schaumstoff. Wissen Sie eigentlich wie ein Hundeschädel aussieht?
Genau so sieht der „Ball“ aus, könnte aber auch ein Rugbyball sein.
Die Feldspieler sind aufgeteilt in einen Läufer, genannt QWIK, einen KETTENMANN und drei bis vier Kämpfer, genannt POMPFER. Wenn man so schöne Namen hat, braucht man auch Sportgeräte, genannt POMPFEN. Es sind Stäbe bis zu 3 Metern lang, sog. Langpomfen oder die Kurzpompfen, nur 85 cm. Eine ca. 3m lange Kette mit einem Schaumstoffball am Ende der Kette. Kann man gut über dem Kopf schwingen. Alle Pompfen sind natürlich gepolstert und scharfe Kanten sind verboten. Das Wort Pompfen leitet sich aus dem Wort Geräusch ab. Bei soviel Waffen hat natürlich auch jeder Spieler ein Schild. Wer getroffen wird, muss für „5 Steine“ hinknien, er muss eine Weile zusehen. Ein Stein dauert anderthalb Sekunden. Der Trommler sagt durch sein Instrument die Zeit an.
Die Spieler haben alle Fantasie-Kleidung an, um sich zu schützen. Meist ist die Kleidung dem frühen Mittelalter nachempfunden. Das Spiel dauert ca. 20 bis 30 min.

Das Ziel des Spiels ist einfach, möglichst viel „Tore“, sprich MALS zu erzielen. Das klingt leicht, ist aber kompliziert, weil beide Mannschaften Sportgeräte haben, um das zu verhindern.
Es ähnelt ein bisschen Rugby, nur im Kostüm. Ist auch nicht ganz so hart. Auch wenn es nicht so klingt, aber es können Männer und Frauen in einer Mannschaft spielen. Das Spiel ist harmloser als die Beschreibung. Vielleicht sind Sie neugierig geworden. YouTube bietet auch die Möglichkeit der Ansicht. Es gibt sogar einen Verein in unserem Kiez:

Jugger e.V.
Regensburger Str. 33, 10777 Berlin,
Telefon 43 73 46 20 oder E-Mail info@jugger.

Die haben für Sie auch Videomaterial, damit Sie alles sehen können, was Sie noch nicht glauben, denn der Artikel hat Sie doch nicht verwirrt. Oder ?

Axel de Roche

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