Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

1.05.2017

DENK MAL AM ORT

Zum 72. Jahrestag des Kriegsendes gedenken wir am 6./7. Mai mit DENK MAL AM ORT jener Menschen, die in der NS-Zeit in Berlin ausgegrenzt, verfolgt, vertrieben, ermordet wurden.

Küche, 4. Stock, Rosenheimer Straße. Foto: DMAO

DENK MAL AM ORT ist eine persönliche Erinnerung an einen Menschen oder eine Familie in Berlin, die in der NS-Zeit verfolgt wurde. Das Projekt DENK MAL AM ORT geht zurück auf das Projekt „Open Jewish Homes“, das 2012 in Amsterdam ins Leben gerufen wurde. Es findet jeweils am ersten Wochenende statt, das auf das Ende des Zweiten Weltkriegs in Berlin folgt, 2017 am 6. + 7. Mai. Haus- und Wohnungstüren werden geöffnet, die Namen unserer ehemaligen Nachbarn, Bruchstücke ihrer Biografien, Verfolgungs- und Fluchtgeschichten werden sichtbar in Gesprächen, Lesungen, Installationen, Zeichnungen, Texten, Musik, Audio, Film, Poesie, Gesang und mehr. Hier finden Sie das Programm im Bezirk Tempelhof-Schöneberg:

Am Samstag 6.5.2017:
Haberlandstraße 8,
Albert Einstein Gedenkstele, 10779 Berlin-Schöneberg, 11 Uhr
Petra Michalski spricht über Albert Einstein, der mit ihrem Onkel Prof. Dr. János Plesch eng befreundet war.

Rosenheimer Straße 3, 10781 Berlin-Schöneberg
13 - 15 Uhr
Installation zum Prozess der Spurensuche einer Hausgemeinschaft.

Rosenheimer Straße 40, II. Stock, 10781 Berlin-Schöneberg
13 - 15 Uhr
Anke Hassel und Hugh Williamson öffnen ihre Wohnung  und erinnern mit Dokumenten an Familie Katzenellenbogen, die seit 1933 in dieser Wohnung lebte und in der Goltzstraße 37 einen Haushaltswarenladen betrieb.

Rosenheimer Straße 40, IV. Stock, 10781 Berlin-Schöneberg
13 - 15 Uhr
Marie Rolshoven öffnet ihre Wohnung  und zeigt eine Installation aus Dokumenten staatlicher Archive. Legalisierter Raub dokumentiert die Verfolgung, Enteignung und Deportation von neun Mietern dieser Wohnung, unter ihnen ein kleines Kind  und ein Neugeborenes.

Starnberger Straße 2, 10781 Berlin-Schöneberg
15 Uhr
Das jüdische Mädchen Renate Wolf (heute Rahel R. Mann) wurde im Keller des Hauses vor der Gestapo versteckt. Rahel R. Mann liest an diesem Ort ihre eigene Geschichte aus Uns kriegt ihr nicht: Als Kinder verfolgt - jüdische Überlebende erzählen von Tina Hüttel und Alexander Meschnig. Die IG Blech musiziert.

Belziger Straße 37-39, 10823 Berlin-Schöneberg
16 Uhr
Mit der Hymne an die Namen erinnert die Mezzosopranistin Kim Seligsohn an jene 23 Menschen, die aus diesem Haus deportiert wurden. Douglas Nygren liest aus Into the Darkness, into the Light von Tony Musgrave.

Atelier Merseburger Straße 12, 10823 Berlin-Schöneberg
17 - 18:30 Uhr
Workshop mit Denise Citroen, Initiatorin von Open Jewish Homes, Amsterdam: A short guide to conducting research interviews: How to collect stories from fragile memories of elderly (80+) citizens
(bitte anmelden unter jani.pietsch@gmail.com

Löcknitz-Grundschule, Löcknitzeria, Eingang Münchener Straße 34- 38, 10779 Berlin-Schöneberg
18 Uhr
In der Münchener Straße 18a liegt für Gertrud Kolmar ein Stolperstein. Mit der Aufführung Nach Osten send' ich mein Gesicht wird mit Briefen und Gedichten von Gertrud Kolmar an sie erinnert. Gelesen und zusammengestellt von der Schauspielerin Lisa Schell. Musikalische Begleitung am Cello: Edelgard Reifner.
U7 / Station: Bayerischer Platz

Am Sonntag, 7. Mai 2017:

Rosenheimer Straße 40, II. Stock, 10781 Berlin-Schöneberg
11 - 13 Uhr
Anke Hassel und Hugh Williamson öffnen ihre Wohnung und erinnern mit Dokumenten an Familie Katzenellenbogen, die seit 1933 in dieser Wohnung lebte und in der Goltzstraße 37 einen Haushaltswarenladen betrieb.

Rosenheimer Straße 3, 10781 Berlin
11 - 13 Uhr
Installation zum Prozess einer Spurensuche der Hausgemeinschaft.

Apostel-Paulus-Straße 26, 10823 Berlin-Schöneberg
13 - 15 Uhr
HausbewohnerInnen berichten vor dem Haus und im Hausflur, wie sie auf die Idee für zwei Gedenktafeln für die früheren jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner gekommen sind und wie sich der Kontakt mit den Überlebenden und Nachkommen im Laufe der letzten Jahre intensiviert hat.
Marion Fabian bringt ein elektroakustisches Requiem zu Gehör.

Buchladen Bayerischer Platz, Grunewaldstraße 59, 10825 Berlin
15 Uhr
Lea Waks hat das Ghetto Lodz überlebt. Den Bayerischen Platz hat sie später als ihr Wohnzimmer bezeichnet. Christiane Fritsch-Weith erinnert viele Begegnungen mit Lea Waks in ihrem Buchladen. Hans-Peter Föhrding und Heinz Verfürth lesen an diesem Ort aus ihrem im März 2017 erschienenen Buch Als die Juden nach Deutschland flohen. Ein vergessenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte.

Wartburgstraße 4, 10823 Berlin-Schöneberg
16 - 18 Uhr
Eine Gedenktafel an diesem Haus erinnert an den Kommunisten Robert "Robby" Uhrig, der trotz einer Zuchthausstrafe sich weiter gegen die Nazis engagierte. Vergessen ist seine Ehefrau Charlotte, ehemals Sekretärin der SPD-Reichstagsfraktion, die nach ihrem Freispruch in das KZ Ravensbrück deportiert wurde. Gerhard Moses Heß und Jani Pietsch wollen an Robert und Charlotte Uhrig erinnern: mit Briefen, Dokumenten und Liedern.

Atelier Merseburger Straße 12 10823 Berlin-Schöneberg
18 Uhr
Aussichtslos - Hommage an Charlotte Salomon zu ihrem 100. Geburtstag von Doris Hinzen-Röhrig (Ausstellungseröffnung).
Mit ihrer Hymne an die Namen erinnert Kim Seligsohn an jene 107 Menschen, an die wir an diesen beiden Tagen denken.

Das komplette Veranstaltungsprogramm finden Sie unter: https://www.denkmalamort.de/

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