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31.10.2020

Ali Görmez – Pop Art im Dienste des Friedens

Von Thomas Geisler Der Pop-Art-Künstler und Friedensbotschafter Ali Görmez betrieb das Kunstcafé „Osbilli“ (sein Spitzname) mit einer integrierten Galerie in der Gustav-Freytag-Straße 5 gegenüber dem S-Bahnhof Schöneberg.

Foto: Asibile Atelier

Ali Görmez kommt eigentlich aus der Finanzbranche, bis er sich 2008 nach der Finanzkrise und ein paar gesundheitlichen Problemen entschied, sein Hobby zum Beruf zu machen. Aber obwohl das Kunstcafé gut lief, beschloss Ali Görmez dann doch, den Betrieb wegen der vielen zusätzlichen Arbeit aufzugeben und sich wieder auf die Kunst als seine Kernkompetenz zu konzentrieren. Der vordere Teil (das Café) ist seit 2 Jahren untervermietet und in eine georgische Weinstube mit kulinarischem Snackangebot umgewandelt. Aber auch sonst gibt es von Ali Görmez viel Neues zu berichten.

Eines seiner neuesten Projekte sind tropische Pflanzen in Glasgefäßen, in der Form ähnlich wie Weckgläser. Diese tropischen Pflanzen gedeihen auf spezieller Bonsai-Erde in Verbindung mit Aktivkohle und müssen nur circa viermal im Jahr mit etwas Wasser besprüht werden. Das ökologische Ziel dieser Aktion ist es, dem Besitzer der Pflanze die Natur und das Klima nahe zu bringen und einen vegetarischen Tamagochi-Effekt zu erzeugen. Der damit verbundene grüne Daumen und das ästhetische Momentum sollen für Entspannung sorgen und auf andere Gedanken bringen. Also eine Art Selbsttherapie, um das Negative in das Positive zu transferieren.

Ali Görmez hat inzwischen auch eine Ausbildung als Kunsttherapeut absolviert, mit der er an Schulen und in der Erwachsenbildung seiner Botschaft als Friedensbotschafter gerecht wird. An der Sigmund-Freud-Universität in Wien hat er in diesem Sinne schon einen Vortrag über „Pädagogik im Aufbruch“ gehalten.
Ein Teil dieser Philosophie sind seine „Eddies“, die anfänglich schon in seinen Bildern zu sehen waren, und zwar sowohl an der Hauptstraße in Schöneberg, als auch im Garten des St. Joseph Krankenhauses, nun aber auch in Mitte als Großplastiken die Baumscheiben verschönern. Herr Görmez nennt seine Eddies „Peace Ambassadors“.

Kindern und Jugendlichen das Malen beizubringen und sie zu eigenem kreativen Denken aufzufordern, ist eine seiner persönlichen Visionen. Kinder sind im Gegensatz zu den meisten ihrer Eltern noch formbar und offen für Neues und Veränderungen. Seine große Vision ist es, die von tausenden Kindern unterschiedlicher Herkunft gefertigten kleinen „Eddies“ an Angelschnüren in einem Raum mit hohen Decken aufzuhängen und so die Zusammengehörigkeit der jungen Menschen ohne Unterschiede zu propagieren. Idealerweise sollte dieses Projekt nach seiner Ansicht weltweit multipliziert werden. Sein Motto: Jeder hilft dem Anderen, keiner ist besser oder schlechter!

Darum nimmt er gerne teil an Kunstfestivals mit Kindern, auf denen er auch seinen Freund „Kofi“ aus Ghana kennengelernt hat. Kofi baut mit Kindern aus recyceltem Material Musikinstrumente. Aus dieser Freundschaft entwickelte sich ein weiteres künstlerisch basiertes Friedensprojekt – der Wiederaufbau  einer Schule in Ghana, mit 15.000 Euro finanziert durch die Versteigerung von Ali Görmez- Werken auf einer Versteigerungsaktion im Berliner Synchron Studio und auch durch soziale Netzwerke. Es ist erstaunlich, mit wie „wenig“ Geld man das Leben von Menschen in Afrika positiv verändern kann! In Südafrika hat Herr Görmez ein altes Boot mit Kindern restauriert und in seinem Pop-Art-Stil bemalt. Mit dem Boot wird heute Touristen für gutes Geld das Meer gezeigt. Die Erlöse kommen unter anderem einer Suppenküche zugute, mit der die „West Coast Kids“ ernährt werden. Sein Dank dafür sind zahlreiche Videobotschaften von Kindern, die er vom afrikanischen Kontinent erhält.

Abschließend ist noch zu erwähnen, dass das 42 qm große Gemälde im Friedrichshainer Tower „Living Levels“ im Rahmen der Ausstellung des Photographen Frank Thiel („Die Alliierten“) frisch konserviert nach 3 – 5 Jahren wieder freigegeben ist. Eine weitere Ausstellungsfläche bietet der Künstler nun auch in Charlottenburg in der Goethestraße 83, 10623 Berlin, im Canvas Atelier.

Ein Besuch im Atelier des engagierten Visionärs und der Weinstube ist absolut empfehlenswert. Ali Görmez wünscht uns allen „Peace“, und dass das Coronavirus bald überwunden sein möge.

Osbili Atelier Ali Görmez / Georgische Weinstube
Gustav–Freytag-Str. 5, 10827 B.
ph: 030.22468595
Mo-So: 10:00-20:00 Uhr
www.ali-goermez.com

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