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26.05.2022 / Orte und Plätze

Das Gebüsch zum Gehölz

Von Ottmar Fischer. Nach dem aktuellen Glücksatlas sind die Finnen am glücklichsten unter den Völkern. Ein wichtiger Grund dafür ist die Fülle der Natur vor der Haustür und die Fähigkeit sie auch zu genießen.
Jasmin-Strauch. Foto: Thomas Thieme

Dass der Aufenthalt in der Natur auf den Organismus belebend wirkt, wissen wir nicht erst, seit die Mediziner uns das empfehlen. Vielmehr ist uns die Begegnung mit dem Lebendigen in der Natur als Heilkraft nach wie vor vertraut, weswegen wir sie mit der immer noch zunehmenden Verstädterung ständig mehr vermissen, auch wenn wir das bei unseren Aufregungen am Computer nicht immer gleich bemerken.

Forscher haben nun herausgefunden, dass Stadtbewohner mit einem Park in der Nähe seltener an Diabetes und Herzerkrankungen leiden. Und mit zunehmender Entfernung vom Stadtgrün treten auch mehr Angststörungen und Depressionen auf. Eine weitere Studie hat ergeben, dass bereits ein Aufenthalt von zwei Stunden Dauer pro Woche in Parks oder Wäldern die Stimmung messbar aufhellt. Und eine noch zielgenauere Studie hat sogar aufgeschlüsselt, dass manche Parks glücklicher machen als andere und dass dafür nicht der finanzielle Aufwand für Pflege ursächlich ist sondern das Umfassende des Erscheinungsbildes. So wirkt am meisten aufs Gemüt, wenn der Natur Platz in der Größenordnung von wenigstens 40 Fußballfeldern eingeräumt wird. Aber andererseits vermag uns auch schon ein kleiner Vorgarten zu erfreuen, sofern er uns an die Natur erinnert und nicht an eine Kiesgrube.

Zu einem das Herz erfreuenden Erscheinungsbild gehören auch die Sträucher, die wegen des allgemein vorherrschenden Interesses für Bäume nicht immer die ihnen gebührende Aufmerksamkeit finden. Dabei erfüllen sie wichtige Funktionen in einer intakten Natur. Sträucher ernähren nicht nur Insekten, Vögel und Säugetiere, auch wir Menschen wissen ihre Früchte zu schätzen, denken wir nur an Johannisbeeren oder Stachelbeeren. Über ihre Funktion als Nahrungsquelle hinaus sind sie aber auch Versteck und Nistplatz, Schattenspender und sogar Klimaschützer. Sträucher gehören also nicht nur in den Stadtpark, sondern auch auf Mittelstreifen und in Gärten, auf Balkone und in Pflanztröge. Der Nabu ruft daher in seiner neuesten Kampagne zu einer Pflanzaktion für mehr Sträucher in Berlin auf. Wer sich daran beteiligen möchte, findet dazu Informationen auf: https://berlin.nabu.de/tiere-und-pflanzen/natuerlich-strauch/.
 

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