Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

31.10.2016 / Gewerbe im Kiez

Das Café Nunzio

Nur die Schiefertafel vor dem Eingang weist auf das Café hin … es möchte ein bisschen entdeckt werden.
Foto: Christine Sugg

In der warmen Jahreszeit weisen die Liegestühle, Bänke und Tische auf dem Gehweg zusätzlich auf die Lokaliät nahe der Schloßstraße. Nunzio, allein der Klang soll an italienisches Lebensgefühl und Genuss erinnern.  Beides wichtig für die zwei jungen Inhaber Arne Seifried und Franziska Flemming. Sie legen deshalb sehr viel Wert auf gute Qualität - möglichst Bio-, auf die Nähe zu den Lieferanten, - möglichst Berlin - sowie auf das Sich-Wohl-Fühlen ihrer Kunden und ihrer Mitarbeiter.

Das kulinarische Angebot umfasst neben den üblichen warmen und kalten Getränken vor allem handgemachtes Eis und selbstgebackenen Kuchen. Arne Seifried ist der Spezialist fürs Eis. Er hat in Bologna eine Ausbildung zum Eismacher absolviert und setzt nun seine Erfahrung sehr kreativ um. So gibt es viele wechselnde Sorten, ständig im Angebot sind Vanilleeis aus Tahiti Vanille und Schokoladeneis mit Rausch Schokolade aus Berlin, bei den Sorbets werden teilweise Früchte von der Domäne Dahlem verwendet. [Der Kaffee kommt von der Rösterei Ridder aus Friedenau, Anm. der Redaktion]

Franziska Flemmings Spezialität sind die Kuchen, je nach Saison mit ihren Früchten ändert sich das Angebot. Im Moment gibt es Apfel- und Pflaumenkuchen, in der kälteren Jahreszeit kommen Gewürze und viel Nüsse dazu. Das Obst für ihre Kuchen bekommt Franziska Flemming teilweise von Freunden oder der Familie aus dem Garten, da weiß sie dann genau, unter welchen Bedingungen es erzeugt wurde.

Schon viele Jahre spielten die beiden Betreiber mit dem Gedanken, etwas Eigenes zu machen. Im Januar 2015 war es für sie dann endlich soweit. Nach längerer Standortsuche konnten sie den Mietvertrag für die Muthesiusstraße unterzeichnen. Zuvor haben die Räumlichkeiten über ein halbes Jahr leer gestanden. Doch dann kam laut der beiden Inhaber das Schwierigste, die Beschaffung der Kredite. Sie hatten zwar den Vermieter erfolgreich von ihrem Konzept überzeugt, aber die Banken zu überzeugen war wohl nicht einfach. Außerdem mussten die Räume gründlich renoviert werden. Vorher war eine Bäckerkette darin, jetzt sollte ein schönes Café entstehen. Mit Hilfe von Familie und Freunden wurden Wände und Decken renoviert, die Möbel zusammengesucht bzw. angefertigt. So findet sich zum Beispiel eine alte Holzbank von der S-Bahn neben einem Nierentischchen aus Familienbesitz. Das Café ist jetzt hell und eher modern, jedoch mit Anspielung auf die 50er Jahre. Arne Seifried und Franziska Flemming ist es wichtig, dass sich ihre Gäste wohl fühlen, dass sie sich entspannen können und zur Ruhe kommen. Dazu tragen auch die Zeitschriften und Bücher im großen Regal bei.
Ein weiteres wichtiges Thema für die Inhaber ist Nachhaltigkeit. Deshalb sollen die Getränke oder Speisen möglichst aus Porzellangeschirr und vor Ort konsumiert werden. Möchte jemand doch nur etwas mitnehmen, so sind die Kaffeebecher, Eisbecher oder Eislöffel alle kompostierbar.

Zurück zum Namen des Cafés. Nunzio ist ein italienischer Vorname, erinnert aber auch an das lateinische Nuntio, der Bote. Ein Jahr lang haben sich die beiden Inhaber Gedanken über den Namen ihres Cafés gemacht. Er sollte etwas Besonderes sein und vor allen Dingen nicht gedanklich besetzt. Übrigens, mittlerweile sind sich die beiden gar nicht mehr so sicher, ob sie überhaupt ein großes Namenschild über dem Eingang wollen, denn ihre Vorstellung davon kollidiert mit den Vorstellungen des Denkmalschutzes. Außerdem hat das Café bereits einen festen Kundenstamm, zum Teil sogar international.

Café Nunzio
Muthesiusstraße 1 / Ecke Schloßstraße
12163 Berlin
tägl. 10 - 19 Uhr

Christine Sugg

Kontakt

Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 BerlinStandort / BVG Fahrinfo
Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 Berlin
86 87 02 76 -79Fax 86 87 02 76 -72E-Mail senden
LeitungThomas Thieme0173/4825100E-Mail senden