Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

22.12.2019 / Stadtteilzeitung separat (Zeitungsinhalte)

Dampferfahrt über die Spree

Das Nachbarschaftsheim Schöneberg ist mit etwa 1.100 Mitarbeitern nicht nur einer der größten Arbeitgeber im Bezirk, es beschäftigt auch mehr als 1.700 Ehrenamtliche.
Foto: Barbara Lüders
Foto: Barbara Lüders

Und den engagierten Helfern, die schon mehr als 5 Jahre dabei sind, dankte das Nachbarschaftsheim in diesem Jahr mit einer Dampferfahrt auf der Spree durch die Innenstadt Berlins zwischen dem Regierungsviertel und Treptow.

Wer glaubt, eine Dampferfahrt über die Spree hätte nun inzwischen jeder Berliner einmal gemacht, mit Kindern und Enkeln oder mit Besuch von außerhalb, der hat sich geirrt. Es gab immer wieder Aahs und Oohs und oft hörte man „guck mal hier“ und „das ist aber interessant“ und „das hab ich ja noch nie gesehen“. Das Wetter meinte es besonders gut an diesem Sommertag. Die Wolken rissen auf und kaum war die Sonne zu sehen, wurden die mitgebrachten Regenschirme zu Sonnenschirmen umfunktioniert und überall auf dem Oberdeck aufgespannt.

Das Nachbarschaftsheim hatte für seine längjährigen Ehrenamtlichen die MS Alexander von Humboldt der Stern- und Kreis Schifffahrt gechartert. Die Gäste wurden mit einem Glas Sekt an Bord empfangen, später wurde ein Büfett mit verschiedenen Fingerfood-Häppchen und Kuchen angeboten. Das Service-Personal an Bord des Schiffes war außerordentlich aufmerksam und freundlich und brachte den Gästen während der ganzen Fahrt gerne die Getränke an Deck und räumte wie selbstverständlich das Geschirr zurück.

Der Vorstandsvorsitzende des Nachbarschaftsheim Schöneberg, Herr Jürgen Kipp, hielt eine Begrüßungsrede und dankte seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern für ihre zuverlässige Arbeit und betonte ausdrücklich: „Die ehrenamtlichen Helfer machen das Nachbarschaftsheim aus!“ Das Nachbarschaftsheim wäre nichts ohne sie. Die Betroffenen nickten alle zustimmend mit dem Kopf. Und lächelten stolz.

Für dieses Event war auch Herr Jürgen Karwelat von der Berliner Geschichtswerkstatt in der Schöneberger Goltzstraße engagiert worden, der ausführlich und kenntnisreich Erklärungen zur geschichtlichen Entwicklung der einzelnen Stadtteile und Gebäude gab, an denen der Dampfer langsam vorbei zog.
Seine Ausführungen waren sehr interessant, da sie tatsächlich weit über die üblichen Erklärungen der Stern- und Kreis Schifffahrt hinaus gingen. Oder hätten Sie gewusst, dass an der Stelle der berühmten Charité das erste Krankenhaus von Berlin gestanden hat. Dessen Vorläufer war ein Pesthaus, das der preußische König Friedrich I 1710 errichten ließ, als eine Welle der Pest auf Berlin zurollte. Glücklicherweise wurde es dann doch nicht gebraucht. Deshalb wurde es erst ein Armenhaus, dann ein Lazarett und 1727 ein Bürgerhospital. Oder, dass die heutigen Musik- und Tonstudios am Ufer in Friedrichshain in einem ehemaligen Kühlhaus für Eier eingerichtet wurden.

Es nahmen 128 Ehrenamtliche an dieser Dampferfahrt teil. Sie wurden begleitet von 20 hauptamtlichen Mitarbeitern, die immer wieder das Gespräch mit ihren Gästen suchten.
Die Helfer kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen, zum Beispiel aus der Arbeit mit Kindern, aus der Betreuung Demenzkranker, aber auch aus der Wandergruppe. Auf Deck lag sogar ein Begleithund, der eine Dame begleitete, die, obwohl sie selbst so schwer behindert ist, dass sie auf die Hilfe ihres Hundes angewiesen ist, seit über 30 Jahren andere behinderte Menschen betreut. Gerade solchen Menschen wollte das Nachbarschaftsheim an diesem Tag im August mit einem Ausflug auf dem Wasser danken.

Der Tag kann wohl als gelungene Veranstaltung bezeichnet werden. Als die Teilnehmer von Bord gingen, hörte man überall begeisterte Stimmen und immer wieder den Satz „Das war ein richtig schöner Tag!“.

Christine Bitterwolf

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