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28.05.2014

Coco Schumann hatte Geburtstag ...

... und da wurde am 14. Mai d.J. im Willy-Brandt-Saal des Schöneberger Rathauses ganz groß gefeiert, seinen 90sten Geburtstag nämlich. Man zeigte Filmausschnitte aus seinem Leben, seiner Band und viele private Aufnahmen.

Coco Schumann gezeichnet von Elfie Hartmann.

Musik wurde aus dem Theaterstück “Der Ghetto-Swinger“ mit dem anwesenden Hauptdarsteller und Gitarristen Konstantin Moreth gespielt. Kalle Böhm spielte das Saxophon, Sven Kalis war am Schlagzeug. Moreth unterhielt die große Besucherzahl schon vorher beeindruckend mit der biografischen Lesung. Weirdo Stompers aus Berlin unterhielten mit ihren musikalischen Kostproben.

Die Grußworte kamen von der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Steffen Kampeter, Walter Momper und anderen Überraschungsgästen aus früheren Zeiten des Jazz-Musikers. Durch die privaten Anekdoten und Erinnerungen schufen sie eine überaus lockere, ja recht fröhliche Atmosphäre. Man fühlte sich schnell, als gehörte man dazu, in vertrauter Gemeinschaft. Vieles erfuhr man nochmal aus seinem facettenreichen Leben. Erschütterndes, Trauriges, Ergreifendes, Skurriles, je-doch überwog in seinem Leben letzten Endes immer wieder der grenzenlose Optimismus, die Zuversicht und der unerschütterliche Humor, der ihn immer wieder auszeichnet: „Auf wen trinken wir denn, Coco“? „Na, auf Nadanprost“ ... verhaltenes Grübeln, welcher Nathan? Der Prophet, der Ratgeber von König David? Und/oder  vielleicht Marcel Proust, der französische Schriftsteller? Coco: „Nichts da, ich sagte doch nur: „Na dann Prost!“

Diese kleine Anekdote plauderte die Moderatorin Bärbel Petersen mit kaum unterdrücktem Lachen aus. Richtig lustig wurde es, als Gregor Gysi mit Coco (so darf/soll man ihn nennen) recht munter plauderte und ebenso ganz locker kleine Witzchen einflocht: Shlomo fragt den Rabbi: „Darf ich beim Beten rauchen“? „Nein Du Depp, natürlich nicht, Du hättest die Frage umgekehrt stellen müssen.“
Die Stimmung im Saal war einfach wunderbar; später gesellte sich diskret geleitet noch Herr Rolf Eden dazu, der spontan den Sitzplatz vom Kameramann im Hintergrund erhielt.

Einiges Unbehagen entstand leider zu Anfang im Foyer des Rathauses, da einigen Gästen trotz Reservierung kein Einlass gewährt werden konnte. Der Saal ist leider nur für 250 Besucher zugelassen.

Als Hinweis dazu gilt vielleicht auch noch, dass das biografische Album des Coco Schumann in der Ausstellung „WIR WAREN NACHBARN“ unter 148 weiteren Biografien jüdischer Zeitzeugen (Hochparterre rechts, im Rathaus) einzusehen ist.

Die Öffnungszeiten sind ganzjährig
Mo-Do 10-18.00h
Sa+So  10-18.00h,
freitags geschlossen.
Tel. 90277-4527
Der Eintritt ist frei.

Elfie Hartmann

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