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08.06.2015 / Projekte und Initiativen

„Carmina Burana“ einzigartig!

Am 26. und 27. Juni werden jeweils um 20 Uhr im alten Lokschuppen direkt am S-Bahnhof Priesterweg die „Carmina Burana“ in einer neuartigen und originellen Besetzung aufgeführt:
Ausschnitt aus dem Veranstaltungsplakat

Das WindWerk Sinfonische Blasorchester Berlin und der Ölbergchor aus Kreuzberg, das sind zusammen über 130 Musikerinnen und Musiker! Für diese Besetzung braucht es schon einen besonderen Aufführungsort!
Der Ölbergchor besteht seit 1989 ursprünglich als Kirchenchor der Kreuzberger Ölberg-Gemeinde. Inzwischen umfasst er 80 Sänger im Alter von 18 bis 65, die die großen Werke der Chorliteratur singen, aber auch a-capella-Stücke und neue Werke des 20. und 21. Jahrhunderts - schon immer unter der Leitung von Dirigent Ingo Schulz.

Das WindWerk Sinfonische Blasorchester Berlin besteht seit 2010 und hat sich aus einem Musik-schulorchester neu gegründet. Die meisten Mitspieler kennen sich schon viele Jahre oder sogar Jahrzehnte, es kommen aber auch immer wieder neue Mitglieder dazu, zur Zeit sind es ungefähr 50  zwischen 20 und 75 Jahren. David Rodeschini aus der Schweiz ist von Anfang an ihr geschätzter Dirigent, und  mit ihm zusammen hat sich das WindWerk auch schon ungewöhnlichen Projekten zugewandt wie einer Märchenvertonung in Begleitung von Vorleserin und Sandzeichnerin. 2014 erhielten sie mit der musikalischen Darstellung des „Insekten-Mikrokosmos“ in ihrem Projekt „microtopia“ großen Beifall. Die Aula der Rückert-Oberschule in Schöneberg darf sich glücklich schätzen, einmal in der Woche beim traditionellen wöchentlichen Üben des Orchesters statt üblicher schulischer Worte mit gewaltigen musikalischen Klängen erfüllt zu sein.
 
Chor und Orchester bestehen aus engagierten und leidenschaftlichen Laien. Es gibt auch Bläser, die im Chor mitsingen! Sowohl Chor als auch Orchester treten üblicherweise in der Emmauskirche auf dem Lausitzer Platz in Kreuzberg auf. Jetzt kommen sie erstsmals  zusammen, um die „Carmina Burana“ aufzuführen, eines der berühmtesten Werke für Chor und Orchester.
 
Die erste Überlieferung der „Carmina“ stammt von 1230 und wahrscheinlich aus Bayern. Sie umfasst 55 moralische und Spottgesänge, 131 Liebeslieder, 40 Trink- und Spielerlieder und zwei geistliche Theaterstücke. Es geht also um die ganze Fülle des menschlichen Lebens, es wird geklagt und gelitten, gehofft und sehr offenherzig und direkt geistig und körperlich geliebt, es wird Kritik geübt an Kirche und Staat, und Wollust und Völlerei spielen eine große Rolle -  Satire und Ironie aber auch.
 
1937 nahm sich der Komponist Carl Orff der „Carmina Burana“ an, nachdem sie fast vergessen waren, und verarbeitete 24 der Lieder zu einem Chorwerk. Wir hören hier nach dem charismatischen „O Fortuna!“ eingangs:  Lateinische Frühlingslieder - "Primo vere und Uf dem anger", dann Maria Magdalenas Gesänge aus dem Passionsspiel. Im folgenden: "In taberna", Fress- und Sauflieder der Vaganten. Dann "Cours d'amour“ und „Blanziflor et Helena" mit Liebesliedern. Ein letztes "O Fortuna!" beschließt das Werk, ein wahrlich gewaltiges und unvergessliches Ereignis, das einem lange nicht aus dem Ohr und dem Sinn gehen wird. Zu Recht ein absoluter Klassiker!

Sigrid Heinze – Osterwald

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