Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

2.04.2015

„Brandmauern“

Das Wahlkreisbüro Dilek Kolat zeigt eine Auswahl der weitreichenden Sammlung von Bildern der Fotografin Silvia Sinha, die von September bis November 2015 im Museum St. Wendel, Saarland, zu sehen sein wird.
http://www.in-response.de

Silvia Sinha – Künstlerische Fotografie

Während des Berliner Baubooms im 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche Arbeiterviertel, die durch große Wohnblocks mit ihren angrenzenden Seitenflügeln und Hinterhöfen typische Berliner Quartiere bildeten. Besonderes Merkmal dieser damaligen dichten Bauweise stellten die äußerst markanten und starken - aus Gründen des Brandschutzes stets fensterlosen - Brandmauern dar, die die einzelnen Wohnblocks voneinander trennen und im Falle eines Brandes vor übergreifendem Feuer schützen sollten.

Durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges waren sehr viele Lücken und Brachen entstanden, die noch deutlicher als zuvor den Blick auf noch verbliebene Brandmauern frei gaben.

Seit dem Fall der Mauer verschwinden sowohl Brachen als auch Brandmauern immer mehr aus dem Stadtbild – nicht zuletzt in Folge des bis heute anhaltenden Sanierungs- und Baubooms für das sich im steten Wandel befindende Berlin. Viele Brandmauern erhielten im Rahmen von Sanierungsaufträgen nachträglich Fenster, sodass sie nunmehr als „Hausfassade“ einer neuen Bestimmung dienen. Andere werden durch den direkten Anbau neuer Gebäude unsichtbar.

Im Bewusstsein dieses Wandels erforscht Silvia Sinha die wenigen noch ursprünglich erhaltenen oder modernisierten Brandmauern. Dabei ordnet sie Interpretation und Ausdruck ihrer sehr eigenen Wahrnehmung und Auffassung von Ästhetik unter. Mit dem Blick einer Fotografin, die sich bei der Visualisierung gegenständlicher Motive gerne abstrakte Bildwelten erschließt, zeigt sie, dass Brandmauern immer wieder auch ein „pittoreskes“ Eigenleben führen.

Sie erforscht die Spuren der Zeit an freistehenden oder - im Zuge von Neubebauung - freigelegten Brandmauern. Dabei ist es nicht ihr Ziel, die Architektur des alten, gegenwärtigen und werdenden Berlin zu dokumentieren; vielmehr beabsichtigt sie, die Eigenästhetik grafisch-malerischer Erscheinungsbilder von Brandmauern mit all ihren Störfaktoren wie Verwitterung und Fremdeinwirkung - auch in Koexistenz mit Neuem - zu erfassen und festzuhalten. Somit entsteht alles „Dokumentarische“ nur sekundär, als Folge des ästhetischen Leitfadens der Künstlerin.

Häufig bricht sie die Großflächigkeit einer Brandmauer auf, indem sie vorhandene Merkmale wie farbliche Akzente, architektonische Formen, Strukturen und grafische Muster als dominierende Elemente hervorhebt, wodurch ihre Arbeiten an zusätzlicher Ausdruckskraft gewinnen.

Vernissage
17. April 2015, 19 Uhr

Ausstellung bis 17. Juli 2015
Wahlkreis- und Kulturbüro Dilek Kolat, Schmiljanstraße 17
12161 Berlin-Friedenau

Öffnungszeiten:
Di 15 – 18 Uhr, Mi 15 – 17 Uhr
Do 11 – 14 Uhr

Kontakt

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