Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

29.05.2014

Bonus-Programm für Schulen

Im April 2013 wurde groß angekündigt, dass man Brennpunktschulen finanziell helfen wolle.

Auch die Friedrich-Bergius-Schule am Perelsplatz ist Brennpunktschule in Tempelhof-Schöneberg. Foto: Thomas Protz

Bonus kommt aus der lateinischen Sprache und bedeutet „gut“. Ein Bonus ist ein Guthaben. Es gibt Arbeitgeber, die zahlen ihren Mitarbeitern am Jahresende einen Bonus für besondere Arbeitsergebnisse. Viele Geschäfte haben ein Bonus-System aufgebaut, um gute Kunden für ihre Treue zu belohnen. D.h. Bonuszahlungen gab es bisher immer für die erbrachte besonders gute Leistung.
Jetzt gibt es eine neue Definition. Der Berliner Senat hat ein Bonus-Programm für nicht erbrachte Leistungen aufgestellt. Schulen, die nicht mehr in der Lage sind, unter den üblichen Bedingungen mit allen ihren Problemen fertig zu werden, bekommen eine Bonuszahlung, um ihre Aufgaben wieder besser erfüllen zu können. Dabei soll das Bonus-Programm einen Mangel an finanziellen Mitteln ausgleichen.
Im April 2013 wurde groß angekündigt, dass man Brennpunktschulen finanziell helfen wolle. Bis zum Ende des Jahres war dann immer noch nicht klar, wie viele Mittel dafür zur Verfügung stehen und wie sie aufgeteilt werden sollten.

Doch seit Februar gibt es jetzt das Geld, und die Schulaufsichtsbehörden sind zuständig, es zu verteilen. 15 Millionen Euro pro Jahr stehen zur Verfügung, und das erst mal für die nächsten 6 Jahre. Anspruch auf diese Förderung haben alle Schulen, die eine hohe soziale Belastung haben, bzw. bei denen mehr als 50 % der Kinder von der Zuzahlung zu den Lernmitteln befreit sind. Je nachdem, wie schwierig die Sozialstruktur einer Schule ist, können jeweils von 50.000 bis zu 100.000 Euro ausgezahlt werden.
In ganz Berlin bedürfen 220 Schulen dieses Förderprogramms. In Schöneberg sind es zum Glück nur 4 Grundschulen und 3 Integrierte Sekundarschulen, die als Brennpunktschulen gelten. Die Gymnasien brauchen hier überhaupt keine Fördermittel.
Dieses Geld soll gezielt zur Förderung der Schüler und Schülerinnen eingesetzt werden. Dabei ist es der Schule tatsächlich völlig freigestellt, welche Maßnahmen sie ergreifen und welches Ziel sie erreichen wollen, denn jede Schule bildet andere Schwerpunkte und hat andere Probleme.

Es können z. B zusätzliche Arbeitsgemeinschaften oder Projekte für die Schüler angeboten werden. Die Elternarbeit könnte intensiviert werden durch Kurse, die es den Eltern ermöglichen, anschließend ihre Kinder besser zu unterstützen. Und es könnten auch Fortbildungen für Lehrer und Erzieher durchgeführt werden. Die Personalkosten für all diese Angebote können aus dem Bonusprogramm finanziert werden. Es sollen aber auch Kooperationen mit anderen Trägern angestrebt werden, um beispielsweise Sozialpädagogen oder Lerntherapeuten zu engagieren. Alle zusätzlichen Maßnahmen, die letztendlich den Kindern zu Gute kommen, können mit dem neuen Programm finanziert werden. Der Kreativität der Schulen sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Die Schöneberger Schulleiter haben da sofort eine Menge guter Ideen, um ihre Schüler zu motivieren und zu fördern. Da werden zusätzliche Aktionen in der Schulbibliothek initiiert, um die Lesekompetenz der Kinder zu fördern. Es werden neue Arbeitsgemeinschaften im Bereich der Musik eingerichtet, damit möglichst viele Kinder lernen, ein Instrument zu spielen. Eine Schule beschäftigt eine neue Mitarbeiterin, die sich darum kümmert, dass die Berufsaussichten von Schulabgängern verbessert werden. Aber die Mittel werden auch dafür verwendet, Schüler, die zu spät kommen oder die Schule schwänzen, frühzeitig zu erfassen und in die Regelmäßigkeit zurückzuführen.  

Die Schulen setzen sich selbst ihre Ziele. Sie benennen die Probleme, die sie mit Hilfe des Bonus-Programms lösen wollen.

In den ersten zwei Jahren werden die Mittel pauschal zur Verfügung gestellt. Die verantwortungsbewusste Bewirtschaftung bleibt den Schulleitern überlassen. Sollte am Endes eines Jahres Geld übrig bleiben, fließt es wieder in den allgemeinen Haushalt zurück. Bei Problemen oder Fragen zur Durchführung stehen Senat und Schulaufsichtsbehörde jederzeit hilfreich zur Seite, es werden gemeinsame Sitzungen einberufen oder telefonisch klärende Gespräche geführt. Der Stadtteilzeitung ist es leider nicht gelungen, Kontakt zur Schulaufsichtsbehörde oder zur Senatsverwaltung herzustellen.  Die Schulleiter sind jedoch mit der Betreuung insgesamt zufrieden. Was sicher auch daran liegt, dass sie auf Grund ihres Engagements und ihrer Erfahrung kaum Hilfen brauchen
Im 3. Jahr der Förderung wird geprüft, ob die gesteckten Ziele erreicht worden sind. Danach wird dann die weitere Förderung gestaffelt.

Bei soviel Einsatz und Förderung ist davon auszugehen, dass die Schöneberger Schüler kompetent und erfolgreich durch den Schulalltag geleitet werden und erfolgreich ihre Schullaufbahn abschließen können. Das wiederum sollte als Bonus in jedem Lebenslauf bewertet werden, und damit ist das Ziel der Förderung dann tatsächlich erreicht.

Christine Bitterwolf

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