Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

11.03.2018 / Projekte und Initiativen

Blößenwahn

Sinn und Sinnlichkeit findet man in den lichtdurchfluteten Räumen von „KUNSTSAELE BERLIN“ in allen Variationen dargestellt. Kurator Philipp Bollmann (Foto) betreut die Arbeiten aus der Sammlung von Heiner Wemhöner.
Kurator Philipp Bollmann. Foto: Elfie Hartmann

Nachfolgend aufgeführte Künstler sind mit ihren Arbeiten vertreten: Nevin Aladag, Kader Attia, Roger Ballen, Vanessa Beecroft, Monica Bonvicini, Birgit Brenner, Yang Fudong, Asta Gröting, Isaac Julien, Marc Lafia, Duane Michals, Andreas Mühe, Tim Noble & Sue Webster, Xu Qu.

Es heißt, gemäß der Aussage von KUNSTSAELE BERLIN, dass Körper permanent mehr oder weniger Spannungsfelder sind. Sie pulsieren zwischen den Polen völliger Entspannung und kompletter Anspannung, repräsentieren entweder Eleganz oder eben auch Unsicherheit. Ihrerseits haben sie die Macht, im Zustand der Nacktheit den Betrachter in Spannung zu versetzen. So können sie Unbehagen oder auch Begehren erwecken. Die Darstellung nackter Körper ist niemals ausschließlich ein Oberflächenphänomen. Es sind auch immer wieder die Seelenzustände sichtbar, vielleicht sogar als erstes.

Hier stellt man sich der Allgegenwart medial vermittelter Nacktheit einer zunehmend exhibitionistischen Gesellschaft in künstlerischer Formgebung. Angesichts der Bilderfluten eines regelrechten Blößenwahns ringen die unterschiedlichsten Arbeiten der Künstler um ein zeitgemäßes Verhältnis zum nackten Körper. Von einer Entzauberung ist die Rede, die eine Sehnsucht in sich trägt. Die Sehnsucht nach Verhüllung?

Die Arbeiten aus der Sammlung Wemhöners sind nicht verkäuflich. Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen. Die Körper als Spannungsfelder lösen sich mit dem Körper an sich als Spannungserreger ab. Die Trennungen  zwischen Privatem und Öffentlichem verschwimmen, so erfährt man im Begleittext.
Der Betrachter kann sich sicher in manchen Darstellungen verlieren, rätseln, mutmaßen, sich wiederfinden - vielleicht.
Auf jeden Fall erwartet den Besucher eine grenzwertig anmutende und, ja, auch etwas außergewöhnliche Sammelausstellung: Künstlerisch inszenierte Nacktheit.

Elfie Hartmann

„satisfy me“ Sammelausstellung
KUNSTSAELE  BERLIN
Bülowstrasse 90, 10783 Berlin
www.kunstsaele.de
Tel. 81 80 18 68

Öffnungszeiten bis 31.3.2018: Mittwoch-Samstag, 11.00-18.00 Uhr

Eintritt frei

 

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