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1.07.2021

Berlinale 2021 – Summer Special

Von Sigrid Wiegand. Ich muss es gestehen: ich hab die Berlinale dieses Jahr geschwänzt! Das hatte mehrere Gründe. Zum einen private, die keine Festivalstimmung bei mir aufkommen ließen, zum andern aber auch eine allgemeine Unlust gegenüber den vielen Neuerungen, die uns diese Berlinale beschert und die nicht unbedingt alle nachvollziehbar waren.

Neues um des Neuen willen ist keine gute Idee, vor allem, wenn einem nicht immer Grandioses einfällt! Von der Pandemie will ich gar nicht reden: Mit Maske im Kino - ist das im Ernst gemeint? Ist es, anders geht es ja gerade nicht, entweder so oder gar nicht.

Das Summer Special, der zweite Teil der 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin, fand vom 9. bis 20. Juni 2021 unter freiem Himmel statt, in den Berliner Freiluftkinos! Das bedeutet eine erhebliche Verteuerung des Festivals, weil in den Freiluftkinos weniger Plätze zur Verfügung stehen und damit weniger Tickets verkauft werden können. Und es geht nur, wenn die Berlinale in den Sommer verlegt wird, wo sie ja schon einmal war. Das Wetter hat mitgespielt, was ja im Juni in Berlin nicht sicher ist. Leider gab es keinen Katalog, in dem man vorab lustvoll blättern und sich die Filme schon einmal aussuchen konnte; alles fand online statt: Im Internet waren die Filme dann alle ausführlich aufgeführt mit Handlungsbeschreibung und Besetzungslisten. Nun schleppt man seinen Laptop ja nicht immer mit sich herum, und wenn man sich unterwegs noch einmal orientieren wollte, so war das sicher nicht unkompliziert. Ich habe die Kataloge sehr vermisst, vielleicht hätte ich mich doch in den einen oder anderen Film locken lassen!

Weiterhin sind die Zusammensetzung der Jury und das Procedere der Preisverleihungen seit der letzten Berlinale geändert worden, aber dies sind ja eher Nebenschauplätze für die normalen Festivalbesucher. Uns interessierte, wer den goldenen, den silbernen Bären gewonnen hatte, wer die Preise für Generationenfilme, weniger, wie diese Ehrungen zustande gekommen waren.

Es gab viele gute und interessante Dokumentationen und Filme mit bekannten Schauspielern und Schauspielerinnen zu sehen, über die man sich vorab bei Wikipedia ausführlich informieren, sich Lust anlesen konnte. Ich las die Namen von Michael Caine, Michelle Pfeiffer, Milan Peschel, Jodie Foster, Benedict Cumberbatch, um nur einige zu nennen, und ich kann nur hoffen, dass viele von diesen Filmen bald in unseren Kinos auftauchen werden!

Vor ein paar Tagen lief im Fernsehen eine interessante Dokumentation über die Berliner Filmfestspiele von Beginn an, mit Wolf Donner als erstem Leiter bis Moritz de Hadeln und Dieter Kosslick, jeder mit seiner eigenen Art und eigenem Kontakt zum Berliner Publikum. Es fällt mir schwer, die beiden neuen Leiter hier einzureihen.

Dieter Kosslick hat in seinem neuen Buch „Immer auf dem Teppich bleiben“ nicht nur über seine Zeit als Leiter der Berlinale von 2002 bis 2020 - ein Traumberuf - berichtet. Der Untertitel des Buches „Von magischen Momenten und der Zukunft des Kinos“ deutet darüber hinaus auf seine fundierte Auseinandersetzung mit den Medien und ihrer Zukunft und ihrer Rolle im Zeitalter der Streaming-Dienste hin. Der gebürtige Schwabe erzählt aus seinem Leben, seiner Entwicklung, seinem Ausflug in die Hamburger Politik, über die Arbeit als Festivaldirektor, interessant, spannend und kenntnisreich.

Dieter Kosslick
Immer auf dem Teppich bleiben
Hoffmann und Campe-Verlag, Hamburg, 2. Aufl. 2021

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