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1.03.2020

Bäume für Berlin

Von Christine Sugg Ungefähr 430.000 Straßenbäume gibt es in Berlin, damit ist die Stadt eine der grünsten Städte weltweit.

Foto: Privat

Bäume sind für uns sehr wichtig, denn Bäume erhöhen unsere Lebensqualität, sie erzeugen gute Luft, schützen vor Wind und mildern den Treibhauseffekt. Doch wie wir wissen, ist unsere Natur durch den Klimawandel sehr gefährdet, Bäume knicken durch Stürme um, sie sind von Schädlingen befallen oder sie sterben wegen Überalterung ab ... viele Straßenbäume zeugen davon, so auch bei uns in Steglitz.

Rechts und links unserer kleinen Straße stehen auf dem Gehweg Linden, nur eine fehlt, und zwar die direkt vor unserem Haus. Stattdessen war ein hässlicher Baumstumpf übrig geblieben, drum herum wucherte Unkraut und die Hunde verrichteten dort ihr Geschäft. Im Sommer war diese Stelle jedoch bei den Autofahrern sehr beliebt, da hier ein parkendes Auto nicht von einer klebrigen Schicht, verursacht durch Blattläuse auf der Linde, überzogen wurde. Vor ein paar Jahren nahm sich dann  eine Nachbarin des Baumstumpfs an, bepflanzte  und versorgte ihn. Leider sollte die Verschönerung nicht von Dauer sein, denn das nachbarschaftliche Engagement wurde leider nicht von allen Mitbürgern wertgeschätzt.

Unsere Nachbarin hatte mittlerweile von der Aktion „Gemeinsam spenden – Stadtbäume für Berlin“ der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erfahren. Start dieser Kampagne war im Jahr 2012. Ziel war und ist es, vorhandene Baumlücken in der Stadt wieder zu bepflanzen und damit Berlin als grüne Metropole zu erhalten.

Einen Straßenbaum zu pflanzen kostet 2.000 Euro. Wie alle wissen, sind die finanziellen Mittel der Stadt zum Teil sehr begrenzt, deshalb können/sollen/dürfen die BerlinerInnen zur Begrünung ihrer Stadt beitragen. Wenn nämlich 500 Euro von Bürgern für einen Baum gespendet werden, steuert der Senat den Rest aus den Mitteln des Landeshaushalts dazu!
Es sind Einzelspenden und Sammelspenden möglich. Bei einer Einzelbaumspende von 500 Euro kann der neue Baum an einem vom Spender gewünschten Ort gepflanzt werden. Der Baum erhält nach der Pflanzung auch ein Baumschild mit dem Spendernamen, wenn man das möchte. Bei der Sammelspende werden Spenden unter 500 Euro jeweils zu einem Betrag von 500 Euro zusammengefasst und für einen Baum in einem bestimmten Bezirk oder für die Pflanzung eines Baumes irgendwo in Berlin verwendet. Es ist also jeder Spendenbetrag willkommen, ab einem Betrag von 200 Euro erhält man eine Spendenquittung.

Leider kann man sich nicht die Baumart aussuchen. Ein Experte wählt in Baumschulen aus verschiedenen Baumarten, die für die veränderten klimatischen Bedingungen geeignet sind, den jeweils passenden Baum aus.

Bei der Pflanzung der Bäume in den Berliner Bezirken gilt ein Rotationsprinzip, pro Halbjahr wird immer nur in vier Bezirken gepflanzt. Ganz wichtig: im Herbst 2020 ist Tempelhof-Schöneberg an der Reihe! Ab Mai dieses Jahres sind die möglichen Standorte in diesem Bezirk auf einer Karte unter www.berlin.de/stadtbaum ersichtlich.

Doch nun zurück zu unserer Straße und „unserem Baum“. Bei uns wurde in der Weihnachtszeit für die Baumspende gesammelt. Bis zur Pflanzung dauerte es bei uns fast ein Jahr. Ungefähr einen Monat vor der Neupflanzung - im Oktober - wurde der alte Baumstumpf ausgegraben und weggefahren. Ein Gärtner war sehr lange mit dem Ausgraben beschäftigt, anschließend wurde das ca. zwei Meter tiefe Loch mit Substrat aufgefüllt. Anfang Dezember war es dann endlich so weit! Drei Gärtner, mit Hacke und Schaufel ausgerüstet, gruben für die neue Linde ein tiefes Loch. Der junge Baum, fast drei Meter hoch, wurde eingesetzt. Ein Holzgestell aus drei Latten, das von den Gärtnern zurechtgezimmert wurde, soll den Baum zukünftig stützen. Zuletzt wurde das Spenderschild befestigt, das wir selbst anbringen durften. Die ganze Prozedur dauerte ca. eine Stunde und hatte etwas Besonderes. Zufällig vorbeigehende Anwohner äußerten sich sehr positiv über die Aktion. Der Baum wird von der Stadt noch drei Jahre lang bewässert, allerdings sollte er in heißen Sommern zusätzlich von den Anwohnern gegossen werden.

Für alle Baumspender des Jahres gab es als Dankeschön eine kleine Veranstaltung von der Senatsverwaltung. Dort kamen dann ganz unterschiedliche Baumspender zusammen. Besonders beeindruckend waren junge Angestellte einer Firma, deren Belegschaft gleich mehrere Bäume spendete.

Wer diesen Herbst einen Baum in Schöneberg/Tempelhof pflanzen lassen möchte, sollte möglichst bald bei der Senatsverwaltung  seinen Antrag stellen. So könnte die alte Tradition, einen Baum zu pflanzen als Schutz und als Symbol für Verwurzelung in veränderter Form, auch in unserer Stadt  gelebt werden.

Stadtbäume für Berlin
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Tel.: 9025-1234 oder E-Mail: stadtbaum@senuvk.berlin.de

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