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28.02.2022 / Gewerbe im Kiez

„Badende, ganz jung“

Von Eva Schenk. Roman Pohl hat einen Kriminalroman verfasst, in dem es um ein angeblich wertvolles Gemälde von Renoir geht, das an einen Mann in Brügge ausgeliefert werden soll. Aber der Deal läuft schlecht. Der Autor nennt seinen Roman einen Abenteuerroman.
Roman Pohl. Foto: Thomas Thieme

Vier Personen, der Antiquitätenhändler Theo Kummer, seine Ehefrau Flora, der polnische Leibarzt von Theo Kummer, Dr. Marian Kuron, und der zwanzigjährige Fahrer Peter Claasen steigen in einen alten Mercedes, der Frank Pauly, dem Besitzer des Gemäldes, gehört und fahren über Paris, wo sie das Bild übernehmen wollen, nach Brügge, wo das Bild „Badende, ganz jung“ für viel Geld ausgeliefert werden soll. Am Ende sind drei Personen tot, nur der junge Peter Claasen überlebt.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive verschiedener Personen, dem Autor Roman Pohl, Margaret, der Schwester des Gemäldebesitzers, Peter Claasen und einem allwissenden Erzähler, dem Alter Ego des Autors.
Der Roman ist in 3 Teile geteilt. Zusammengehalten werden die 3 Teile des Romans durch die Kommentare des Autors, die von seiner Recherche nach einer spannenden Abenteuergeschichte, der Verstrickung seiner Figuren in kriminelle Machenschaften und dem Schreiben eines Romans erzählen.

Roman Pohl interessieren die Lust am Schreiben, am Erfinden von Geschichten und an den Motiven seiner Figuren. Dabei möchte er die Wirklichkeit seiner Protagonisten beleuchten. Sie sind erfundene Figuren, aber sie spiegeln mögliche Erfahrungen und Handlungsweisen der Leserin und dem Leser, die zum Kollaborateur der handelnden Figuren in unserer Gegenwart werden.
Mir gefallen die Passagen besonders, in denen der Autor seine Erfahrung als Arzt einbringt. Wie lernen wir die Selbstzweifel des Arztes, den Verlust seiner Werte als Arzt kennen. Wir verstehen sein Handeln nicht, sehen aber, wie er zum Getriebenen wird. Wie bangen mit dem Arzt, der sich immer mehr in die Verbrechen seines Kranken einbeziehen lässt, hoffen, dass er endlich zur Polizei geht und erkennt, dass die Frau, in die er verliebt ist, alles andere als liebenswert ist, sondern eine haltlose Drogenabhängige. Sie möchte aus ihrer Situation heraus, indem sie das angeblich wertvolle Bild von Renoir in ihren Besitz bringen will.
In jedem Teil des Romans tauchen weitere Personen auf. Jede neue Figur führt uns zu neuen Zweifeln über das Bild und zu weiteren Fantasien über das Handeln der Protagonisten. Am Ende verstrickt sich der Autor selbst in die Geschichte, indem er sich zum Verbündeten seiner Figuren macht. Es ist nicht nur ein spannender Roman über einen Kunstraub, sondern auch ein spannender Roman über das Abenteuer des Erzählens.

Am Montag, dem 21.  März um 17 Uhr liest Roman Pohl aus seinem Roman im Aperitivo Café am Schillerplatz, Stubenrauchstraße 57, 12161 Berlin-Friedenau. Das Aperitivo Café ist ein entzückender Ort mit italienischem Flair am hübsch gestalteten Schillerplatz.

Roman Pohl wurde in Dresden geboren und ist mit der Künstlerin Ellen Keusen verheiratet. Lange Jahre hat er als Allgemeinmediziner in Köln gearbeitet. Er lebt jetzt in Friedenau und in Vielitz/ Brandenburg.
Wegen der Coronasituation wird um Anmeldung unter 030/ 64 07 83 46 im Aperitivo Café gebeten. Es gelten die am 21. März gültigen Coronaregeln.

https://www.das-syndikat.com/autoren/autor/10931-roman-pohl.html

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