Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

31.03.2012 / Gewerbe im Kiez

Aus den Archiven: Schöneberg/Friedenau vor 100 Jahren: April 1912

Kein Aprilscherz!! Zum 1.4.1912 trat die neue „Maß- und Gewichtsordnung“ im Deutschen Reich in Kraft. Grund dafür waren die zunehmenden Betrügereien auf Märkten und in Geschäften durch „Falschwiegerei“ der Kaufleute und Marktbetreiber. So vermeldete der „Friedenauer Lokal– Anzeiger am 9. April 1912:
Gewichte: 100g + 20g + 5g . Foto: Hartmut Ulrich

„Das Viertelpfundgewicht ist jetzt eingeführt worden. Durch dieses 125–Gramm–Gewicht wird den betrügerischen Machenschaften in einzelnen Geschäften entgegengetreten werden können. Bis-her konnte beim Zusammenwägen das Viertelpfund nur durch drei verschiedene Gewichte von 100 Gramm, 20 Gramm und 5 Gramm dargestellt werden. Häufig genug konnte der Käufer die Beobachtung machen, daß das kleine Fünf-Grammstück auf der Wiegeschale „vergessen“ worden war. Jetzt ist der Käufer in der Lage, zu verlangen, dass das Viertelpfundstück, also nur ein Gewichtstück auf die Wiegeschale gelegt wird. Dabei wird er freilich darauf zu achten haben, dass das Viertelpfundstück nicht mit dem 100 Gramm – Stück verwechselt wird, denn beide werden an Größe nicht erheblich verschieden sein. … Zugelassen ist jetzt auch das Halbpfundgewicht.

Es liegt im Interesse des kaufenden Publikums, hinreichende Sicherheit zu haben, dass die von Händlern und Kaufleuten benutzten Maße und Gewichte den gesetzlichen Vorschriften entsprechen, und es liegt im Interesse der Geschäftsleute, durch die Nacheichung, die etwa eingetretene Unrichtigkeiten beseitigt, vor Strafe bewahrt zu werden.“

Herausgesucht von Hartmut Ulrich

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