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02.03.2011 / Menschen in Schöneberg

Aus den Archiven des Bezirks: Die weiße Sklavin

Filmvorführung im Filmpalast Biophon in der Friedenauer Rheinstraße 14 vor 100 Jahren.

„ Die weiße Sklavin für Friedenau nicht verboten. Nach einem gestern verbreiteten Gerüchte sollte die Vorführung des in Kopenhagen und London spielenden Sensationsdramas die weiße Sklavin im hiesigen Biophontheater in der Rheinstraße 14 polizeilich verboten worden sein. Dem ist indessen nicht so. Die Vorstellung hat gestern programmmäßig stattgefunden und hat – wie am Montag – die Zuschauer höchlichst unterhalten. Der sehr geschickt aufgenommene Film ist tausend Meter lang, seine Vorführung,  in drei Abschnitten, dauert eine Stunde. Die nächste Vorführung findet morgen Freitag Abend um 1/2 7, 8 und 9 1/2 Uhr statt.“

Quelle: Friedenauer Lokal – Anzeiger vom 9. März 1911
Anmerkung: Dieser Film basiert möglicherweise auf dem Bild „L’esclave blanche“ von Jean Lecomte du Noüy aus dem Jahr 1888. Selbst Kafka muss von diesem Sujet sehr beeindruckt gewesen sein, denn in einem Brief an seinen Freund Max Brod vom 25.11.1911 berichtet er von seinem Kinobesuch des Films.

Im Nachkriegsdeutschland wurde das Thema 1957 sensationell mit der ersten Nacktaufnahme der Berliner Schauspielerin Marion Michael im Film „Liane,das Mädchen aus dem Urwald“ wieder aufgegegriffen und 1961 mit dem Titel „Liane, das Mädchen aus dem Dschungel“ – allerdings erfolglos – fortgesetzt.

Gefunden und kommentiert von Hartmut Ulrich

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