Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

04.06.2012 / Projekte und Initiativen

Aufatmen - entspannen - sich lebendig fühlen

23.000 Mal pro Tag atmet der Mensch ein und aus, um den Körper mit lebenswichtigem Sauerstoff zu versorgen. Die Atmung geschieht meist unbewusst, doch ist es gerade die Art und Weise, wie wir atmen, die Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden hat.
Atemkurs im Stadtpark Schöneberg. Foto: Anke Frommberger

Diese Erfahrung kann bald jeder selbst machen, denn eine Gruppe Berliner Atemtherapeutinnen entwickelte die Idee, den ganzen Sommer über jeden Sonntag zu einem Atemkurs im Stadtpark Schöneberg einzuladen. In der frischen Luft können Interessierte lernen, bewusster zu atmen und  dadurch mehr Lebendigkeit und mehr Entspannung im Körper zu spüren. Der Kurs ist kostenlos und dauert jeweils eine Stunde. Acht Atemtherapeutinnen werden sich beim Anleiten der Gruppe ab-wechseln. Inhalt wird immer eine Abfolge von Übungen sein, bei denen Atem und Bewegung kombiniert werden. Die Bewegung ist wichtig, denn gerade durch sie wird der Atem besser spürbar oder erfahrbar. Dies geschieht in Anlehnung an die Methode des Erfahrbaren Atems, eine Art Meditations - und Entspannungstechnik, die von der Atemtherapeutin Ilse Middendorf entwickelt wurde.

Je nach Gruppenzusammensetzung und Bedürfnissen der Teilnehmer variieren die Übungen des Kurses. So könnte das Thema einer Stunde sein, über den Atem wieder zu seiner Mitte zu finden. Ebenso könnte zum Beispiel bei den Übungen auf die Rückenschmerzen eines Teilnehmers eingegangen werden. Wer kommen möchte, sollte bequeme Kleidung und bequeme Schuhe tragen.

Frau Prof. Ilse Middendorf unterrichtete während der 60er Jahre Schauspieler an der Hochschule für Künste in Berlin. Sie hat in ihren Kursen das Konzept des Er-fahrbaren Atems zusammengestellt. Bei dieser ganzheitlichen Methode kommt dem Atem eine zentrale Funktion zu. Er wird als Stimme der Seele betrachtet und verfügt außerdem über eine große Heilkraft. Beide Komponenten werden bei ihrer Atemtechnik berücksichtigt, zusätzlich wird unsere Atemfähigkeit gesteigert. 1964 gründete Ilse Middendorf ihr eigenes Lehrinstitut am Viktoria-Luise-Platz, in dem noch heute die Ausbildung zur/m Atempädagogin/en bzw. zu/r AtemtherapeutIn angeboten wird

Besonders in unserer heutigen Zeit ist es wichtig, einen Ausgleich zu Stress und Hektik zu finden. Denn in Bezug auf unseren Körper hat ständiger Stress die Folge, dass man flach atmet, d.h. meist nur bis zur Brust. Dadurch verspannt sich unser Körper sehr leicht. Im Gegensatz dazu "öffnet" uns bewusstes Atmen, und wir spüren wieder Kraft und Lebensfreude im Körper. Auf der seelischen Ebene stellen sich mehr Gelassenheit und Ruhe ein.

Anläßlich des 100jährigen Geburtstags von Frau Middendorf im Jahr 2009 gründeten einige Atemtherapeutinnen eine Initiative mit dem Ziel, die Atemarbeit bekannter zu machen. Sie setzten ihre Idee um, aus der Praxis heraus zu gehen und den öffentlichen Raum für ihre Belange zu nutzen. So boten die Atemtherapeutinnen bereits 2011 vier Tage lang im Sommer Atmen im Park an. Sie selbst hatten dabei viel Spaß und sie haben viel Interesse geweckt. Durch den Erfolg motiviert entwickelte die Gruppe ihre Idee weiter und so haben dieses Jahr noch mehr Menschen die Gelegenheit, noch länger von dieser tollen Initiative zu profitieren.

Vom 3. Juni bis 30. September jeden Sonntag von 11 - 12 Uhr
Treffpunkt: U-Bhf. Rathaus Schöneberg auf der Wiese am Ententeich
mehr Infos: www.berlin-atmet.de

Christine Sugg

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