Zur Orientierung für Menschen mit Behinderungen

10.06.2013

Alte Musik auf historischen Instrumenten

Das vielfältige Berliner Kulturleben ist wahrlich nicht arm an interessanten Angeboten, die jede Art von Geschmack abdecken. Umso bemerkenswerter ist das Kleinod der „Friedenauer Kammermusik“ in der Isoldestr. 9 in 12159 Berlin-Friedenau (Wagner-Viertel).

Foto: Hartmut Becker

Foto: Thomas Protz

Im alten „Kronprinzenhaus“ werden seit 1986 Konzerte auf historischen Instrumenten (oder Originalnachbauten) veranstaltet. Diese von jungen und renommierten Künstlern gespielte Alte Musik (17.-19. Jhd.) hat ein so hohes Niveau, dass sich die Friedenauer Kammermusik seit nunmehr über 27 Jahren in der heiß umkämpften Berliner Kulturszene behaupten kann. Und wo kann man in der Pause oder nach dem Konzert mit den motivierten Künstlern höchstpersönlich sprechen!?

Das unter Denkmalschutz stehende „Kronprinzenhaus“, in dem sich der Friedenauer Kammermusiksaal mit ca. 100 Plätzen befindet, wurde 1905 von Ladislaus Nowak gebaut. Nach einigen turbulenten marktwirtschaftlichen Engagements des Hauses entstand 1986 auf mutige Initative von Bradford Tracey (1951-1987) und Rolf Junghanns (1945-1993) der Kammermusiksaal.

Tracey und Junghans waren Cembalisten und Pianisten. Ihr erklärtes Ziel war es, die reiche Klangwelt der Alten Musik neu erlebbar zu machen.
In den letzten Jahren änderten sich jedoch die Bedingungen für den Erhalt des Kammermusiksaals permanent. Man kann eigentlich von „Krisensituationen“ sprechen, in denen, auch nach dem Wegfall der Senatssubventionen, die Schließung der Einrichtung drohte. Nur durch das Engagement der UdK, dem Entgegenkommen der großzügigen Vermieter, und den immens vielen ehrenamtlichen Aktionen gelang es, den Saal weiter zu bespielen. Die Neugründung des Vereins der „Early Music Society“ sichert vorerst den Bestand der Kammermusik in Friedenau. Der Saal wird jetzt überwiegend vom Institut für Alte Musik der UdK genutzt.

Die Schmuckstücke des Kammersaals, natürlich neben den Künstlern, sind die historischen, detailreich gearbeiteten Instrumente. Die Gesellschaft verfügt zur Zeit über einen Stöcker-Flügel von ca. 1850, zwei Boadwood-Flügel von 1847 und 1792 sowie einen Perotta-Hammerflügel von ca. 1810. Viele der Instrumente sind freundlicher Weise Leihgaben. Häufig bringen die Künstler ihre historischen Instrumente auch selbst mit. Von Seiten der UdK stehen ein zweimanualiges Cembalo, ein Böhm-Flügel von 1830, als auch ein Stein-Nachbau von Michael Walker zur Verfügung.

Michael Walker ist zur Zeit der 1. Vorsitzende der „Gesellschaft der Freunde der Friedenauer Kammerkonzerte e.V.“ (GFFK) und ist selbst leidenschaftlicher Cellospieler. Dieses Instrument spielt er seit frühester Jugend. Michael Walker stammt aus Heidelberg, ist von Beruf Klavier- und Cembalobauer und lebt seit 3 Jahren mit seiner Frau in Berlin. Aktuell sucht er auch noch ehrenamtliche Mitarbeiter für die Vor- und Nachbereitung der Konzerte.

Die Mitgliedschaft als Förderer der Kammermusik beträgt aktuell 55,- Euro im Jahr.
Auch Spenden sind willkommen, um diesen einmaligen Ort in Friedenau zu erhalten.

Kartenbestellung: 030.8591925
http://www.kammermusiksaal-friedenau.de
Spendenkonto: 215550502 Commerzbank BLZ 10040000

Die nächsten Konzerte im Juni finden am 08.06.2013 um 20 Uhr (Gerrit Zitterbart spielt Ludwig van Beethoven auf dem Hammerflügel) und am 23.06.2013 um 17 Uhr (Concerto Giovannini spielt die „Kunst des Küssens“, Werke von Telemann, Keiser, Schenck und Erlebach)

Thomas Geisler

Kontakt

Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 BerlinStandort / BVG Fahrinfo
Stadtteilzeitung SchönebergHolsteinische Straße 3012161 Berlin
86 87 02 76 -79Fax 86 87 02 76 -72E-Mail senden
LeitungThomas Thieme0173/4825100E-Mail senden